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Filmkritik: Hell or High Water

© Paramount Pictures Germany

Inhalt


Die zwei Brüder Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) rauben in Texas kleine Bankfilialen aus, um Schulden abzubezahlen. Ein kurz vor der Rente stehender Texas Ranger (Jeff Bridges) heftet sich an ihre Fersen, um die Brüder aufzuhalten. 


Filmkritik: Jane got a Gun

© Universum Film
Story: Der Traum von einem freien und sorglosen neuen Leben in New Mexico währt für Jane (Natalie Portman) nur kurz. Sieben Jahre nachdem sie mit ihrem Mann Bill „Ham“ Hammond (Noah Emmerich) aus den Fängen der ruchlosen Verbrecherbande der „Bishop Boys“ floh und eine Familie fernab der Zivilisation gründete, holen die alten Dämonen sie wieder ein. Die gefürchtete Bande rund um ihren brutalen Anführer John Bishop (Ewan McGregor) hat das Paar aufgespürt und sinnt auf Vergeltung, denn Ham war einst selbst einer von ihnen. Doch Jane ist fest entschlossen, ihr neues Leben und ihre Tochter mit allen Mitteln zu verteidigen und mit den „Bishop Boys“ abzurechnen. 

Kritik: "Jane got a Gun" hat vor allem eines hinter sich: eine bewegte Produktionsgeschichte. Der Austausch fast aller Darsteller (Aus Michael Fassbender wurde ein immernoch guter Joel Edgerton, Ewan McGregors Rolle gehörte mal Jude Law und dann Bradley Cooper), nur Natalie Portman war von Anfang an mit an Bord. Dann ging das Studio pleite, und eine ganze Weile lag der Film einfach in der Schublade herum. Auch der Kinostart Ende 2015 war mäßig erfolgreich, vermutlich hauptsächlich weil kaum ein Kino den Film zeigte. Ich erinnere mich jedenfalls daran kein Kino in meiner damaligen Nähe gefunden zu haben. Nun gibt es das Western-Drama als für das Heimkino. Und so ziemlich alles daran klingt vielversprechend. Natalie Portman? Geht immer. Western? An sich ja nicht schwer zu inszenieren. Der Titel verspricht dann noch eine Titelheldin, die ordentlich austeilen kann. Oder wofür braucht sie sonst die Waffe?
© Universum Film
Soviel steht fest: Zum Schießen mal sicher nicht. Oder nur kaum. Jane ist, was so ziemlich jede andere Frau in fast jedem Western (Ausnahmen schreibt ihr bitte in die Kommentare, danke) ist: völlig hilflos und aufgeschmissen, wenn kein Mann in der Nähe ist. Als ihr Mann angeschossen und fast tot nach Hause kommt und von der völlig farblosen (ok, McGregor hat die Haare gefärbt) Bishop Boys - Bande redet, macht Jane, was frau eben so macht. Statt ihre Tochter zu schnappen und das Land zu verlassen reitet sie zu ihrem Exfreund. Den schleppt zu ihrem noch immer nicht toten Mann ins Haus, damit alle gemeinsam darauf warten können, von der illustren Bande Banditen gemeuchelt zu werden. Denn wir alle wissen: es gibt nichts Ehrenvolleres und Besseres, als mit einem sinkenden Schiff gemeinsam unterzugehen. Wieso eine blühende, weil lebendige Zukunft für sich und das eigene Kind sicherstellen, wenn man stattdessen einfach sterben kann?

Zwischendrin gibt es Flashbacks, in denen die Beziehung zwischen Jane und ihrem Ex erläutert wird. Also, seine Geschichte. Sein Wille zu helfen wird dadurch ausgelöst, dass Jane Opfer eines sexuellen Übergriffs wurde. Und natürlich ist noch eine gute Portion Zwangsprostitution untergebracht, denn Frauen im Western können ja nicht außerhalb des Bordells existieren. In einigen Momenten des Films scheint Jane explizit dieses Thema anzusprechen, wenn sie ihren Ex darauf hinweist dass es nicht immer nur um ihn geht, dass andere Menschen neben ihm auch eine Rolle spielen. Im Gegenzug geht es ihm vordergründig um den Besitz. Also, seinem Besitzanspruch über Jane. Den musste er aufgeben, als er Jane mit einem anderen Mann und einem anderen Kind sah. Denn wir alle wissen, wie sexy es ist, wenn jemand einen so besitzen will. Nicht. In dieser Hinsicht lockt der Film mit dem Versprechen einer starken, unabhängigen Protagonistin, aber er macht sich keinerlei Mühe, dieses suggerierte Versprechen auch nur ansatzweise einzuhalten. 
© Universum Film
Leider ist "Jane got a Gun" aber auch sonst eher im Mittelfeld anzusiedeln. Die Geschichte kommt durch die ständigen Flashbacks beinahe komplett zum Erliegen. Die Figuren sind flach geschrieben, und wenn es nach mehr als 80 Minuten dann doch mal zur Sache geht, dann ist das irgendwie auch egal. Denn vorher fand nichts statt, was die Figuren irgendwie sympathisch oder besonders hassenswert gemacht hat. Visuell ist der Film hingegen schön gelungen, es gibt ein paar tolle Landschaftsaufnahmen und Panoramen. Die Musik bleibt nicht im Ohr hängen, geht aber auch nicht auf die Nerven. Sie ist einfach da, angenehm zurückhaltend. Die Kostüme sind ebenfalls schick, auch wenn mir jemand dringend erklären muss wie Jane es schafft, so weit draußen im Staub sauber und sexy zu bleiben, während alle um sie herum verdreckt sind. Da scheint es dann auch passend, dass sich im schmucken Westerngewand am Ende nichts weiter als eine Liebesgeschichte versteckt, wie sie schon hundert Male erzählt wurde.

Fazit: "Jane got a Gun" lockt mit einem absolut irreführenden Titel. Statt krasser, arschtretender Protagonistin gibt es eine langatmige Liebesschnulze mit hilfloser Natalie Portman im Westerngewand. Das ist nett anzusehen, die Darsteller machen auch durch die Bank weg einen guten Job. Leider bremst der Film sich mit seinen zahlreichen, sonnendurchfluteten Rückblenden aber immer wieder selbst aus, bis er dann vollkommen zum Erliegen kommt. Der Eindruck verbessert sich durch das relativ bleilastige Finale auch nur minimal. Fans des Genres können sicher einen Blick riskieren, denn nach wie vor kommen zu wenige Beiträge in Sachen Western. Ein Paradebeispiel für einen spannenden, gelungenen Film sollte man aber nicht erwarten.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Universum Film (VÖ: 13.5.16) kommt im Amaray-Case mit Wendecover daher. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur liegen in sattem, raumfüllendem DTS-HD MA 5.1 vor. Die Abmischung ist gut, die englische Tonspur bevorzugt zwischenzeitlich die Hintergrundgeräusche ein wenig zu sehr, dies bleibt aber noch im Rahmen. Untertitel liegen ebenfalls vor, leider aber nur auf Deutsch. Das Bild ist dem Format Blu-ray angemessen, die Farben kommen gut zur Geltung, die Schwarztöne sind sehr satt, hier flimmert auch in dunklen Szenen nichts.



Infos zum Film

Originaltitel: Jane got a Gun
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Western, Drama, Action
FSK: 12
Laufzeit: 98 Minuten
Regie: Gavin O'Connor
Drehbuch: Joel Edgerton, Brian Duffield, Anthony Tambakis
Darsteller: Natalie Portman, Joel Edgerton, Ewan McGregor u.a.

Trailer


Filmkritik: The Hateful Eight

© Universum

Story: Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Stadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John „The Hangman“ Ruth (Kurt Russell), dessen Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) sowie der Anhalter Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix (Walton Goggins), ein Deserteur aus den Südstaaten, der behauptet, der neue Sheriff der Stadt zu sein. Ein Schneesturm zwingt die Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht auf Minnie aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bon (Demian Bichir), auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage (Michael Madsen), auf den Konföderierten-General Sandford Smithers (Bruce Dern) sowie auf Oswaldo Mobray (Tim Roth). Während der Sturm draußen immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar nicht so zufällig ist und sie Red Rock möglicherweise nie erreichen werden…

Kritik: Groß war die mediale Aufregung um Quentin Tarantinos achten Film. Ein geleaktes Drehbuch verhinderte beinahe die Dreharbeiten. Ein Western sollte es werden, große Teile des Publikums freuten sich im Voraus über einen zweiten "Django Unchained". Weit gefehlt, denn "The Hateful Eight" geht in eine ganz andere Richtung.

© Universum
Beinahe schon gemächlich geht es zu wenn in insgesamt sechs Kapiteln herausgefunden werden will wer im Hintergrund die Strippen zieht. Zwei dieser Kapitel spielen im beengten Raum einer Kutsche, die restlichen in einer abgelegenen Hütte. Tarantino scheut sich nicht mit der Kamera auch mal minutenlang die Landschaft einzufangen. Beinahe hat man das Gefühl vom Weiß des Schnees geblendet zu werden. Der Soundtrack von Altmeister Ennio Morricone ist beinahe schon homöopathisch eingesetzt, trägt aber in seinen wenigen Szenen ungemein zur Atmosphäre bei. Auch die restliche Musik wurde in typischer Tarantino-Manier sorgsam ausgewählt. Das Setdesign ist wie gewohnt liebevoll und es wird erneut deutlich dass Tarantino in seiner ganz eigenen Welt lebt. Seine Version des winterlichen Wilden Westens entstammt zahllosen anderen Filmen. Genauso wie seine Version des Zweiten Weltkrieges eine gefilterte Sicht einer Person lieferte, die von klein auf mit Filmen sozialisiert wurde. Würde man Tarantino nichts, aber auch gar nichts abgewinnen können, so wäre dieser Aspekt seiner Filme immer noch hochgradig interessant. Dementsprechend mutig ist es, den Menschen für die Musik zu engagieren der einem ganzen Genre seinen Stempel aufdrückte, um ihn dann etwas gänzlich anderes vertonen zu lassen. Die Enge, die in der Hütte entsteht erweckt durchaus den Anschein einem Kammerspiel beizuwohnen, ein Theaterstück, lose zusammenhängend inszeniert, mit viel Freiraum für Interpretation. Aber natürlich ist hier nichts interpretiert, alles ist sorgsam kontrolliert von der Hand des Meisters.
© Universum
In einer so räumlich beengten Situation tragen die Schauspieler den Film beinahe im Alleingang auf ihren Schultern. Mit Dialogen die ihnen allesamt auf den Leib geschneidert scheinen entfaltet sich ein Kammerspiel, welches Agatha Christie Ehre machen würde. Walton Goggins scheint, genau wie Samuel L. Jackson, die Zeit seines Lebens zu haben. Tim Roth beweist mit einem pointierten englischen Akzent und einer fein manierlichen Art erneut wie großartig er ist. Kurt Russel zieht, genau wie Michael Madsen, einfach sein Ding durch. Die Show allerdings stiehlt ihnen Jennifer Jason Leigh. Während man rein vom Setup des Films her davon ausgehen könnte das Kurt Russels Kopfgeldjäger der Held des Films ist, wird schnell klar dass er das Prädikat "hateful" wirklich verdient hat. Seine Gewaltausbrüche gegenüber Daisy Domergue sind widerwärtig und er hat eindeutig zu viel Spaß an der ganzen Sache. Hier macht sich dann durchaus auch eines meiner größten Probleme mit Tarantino erneut sichtbar: einige Teile seines Publikums sind zu simpel gestrickt. Jedem das seine, doch wer bei einem Werk wie "The Hateful Eight" nur seine Freude hat wenn die Frau beleidigt und misshandelt wird, der hat das Werk nicht verstanden. Jason Leigh liefert eine überirdische Performance ab und sie umarmt die seltsame Art ihrer Figur voll und ganz. Während um sie herum alle damit beschäftigt sind sich nicht aus den Augen zu lassen verharrt sie im Zentrum der Handlung, sie provoziert immer wieder und steckt die Konsequenzen scheinbar mühelos weg. Das bedeutet noch lange nicht dass man sich mit ihr identifizieren kann oder dass sie die Heldin des Films ist. Das Fehlen einer Identifikationsfigur ist ungewohnt, lässt aber Raum zur Entfaltung.

© Universum
"The Hateful Eight" birgt, beinahe nebenbei, einige Überraschungen. Ganz vorne dabei ist die Rolle von Channing Tatum. Ich werde kein Wort darüber verlieren, aber ich will verdammt sein wenn das keine spaßige Angelegenheit war. Es gibt zahlreiche Situationen die ein erneutes Ansehen lohnenswert machen. Natürlich ist der Level an Gewalt von vornherein hoch, und das Kunstblut fließt in der zweiten Hälfte literweise. Sorgsam verwoben mit der Erzählung ist ein sozialer Kommentar über Politik, auch wenn sich bisweilen das Gefühl einschleicht dass die darauf folgende Gewalt auf zu simple Weise gerechtfertigt wird. Die Zeiten waren grausam, also ist es entschuldbar gewisse Dinge zu zeigen? Spätestens wenn auf der Todesszene einer Figur beinahe schon pornografisch verharrt wird stellt sich die Frage ob weniger nicht mehr gewesen wäre. Der Mann, der Figuren wie Beatrice Kiddo geschrieben hat, zeigt seit "Django Unchained" eine bedenkliche Tendenz nach Rückwärts, wenn es um seine Frauenfiguren geht. Daisy Domergue fungiert, ähnlich wie Broomhilda, als plot device, als Motivation für die Männer, als Schablone. Sie hat nichts eigenes, ist keine ausformulierte Figur. Die Tatsache dass so viele Männer im Kino über die an ihr verübte Brutalität herzlich lachen können, jeden Schlag, jeden Tritt, jedes "bitch" mit Applaus honorieren und sich freuen dass die Frau an ihren richtigen Platz verwiesen wird spricht Bände über die Gesellschaft dahinter.  In dieser Hinsicht ist man sich von Tarantino besseres gewohnt, und als Anhängerin seiner Werke missfällt mir diese Tendenz der letzten beiden Filme extrem. In der Gesamtansicht bleibt "The Hateful Eight" aber ein außergewöhnliches filmisches Experiment, für das man einiges an Sitzfleisch mitbringen muss. Mehr "Reservoir Dogs" als alles andere beweist Tarantino mit diesem Film erneut seine Wandelbarkeit. 

Fazit: Quentin Tarantino geht nach "Django Unchained" in eine völlig andere Richtung. Beinahe schon als spiritueller Bruder von "Reservoir Dogs" könnte "The Hateful Eight" durchgehen. Ein blutiges Kammerspiel mit einem grandios aufgelegten Reigen an Darstellern, atemberaubenden Landschaftsaufnahmen, tollen Sets und pointierten Dialogen. Bedenklich ist, dass Tarantino seine unrühmliche Art passiver weiblicher Charaktere weiter voran treibt und Daisy rein um der Gewalt willen misshandeln lässt, ohne dass daraus eine Rechtfertigung für den Verlauf des Filmes entsteht. Gewalt rein um der Gewalt willen, rein für den Entertainment-Faktor, war bisher selten ein Thema bei Tarantino, aber hier übertritt er eine Linie.

Infos zum Film

Originaltitel: The Hateful 8
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Western, Drama
FSK: 16
Laufzeit: 168 Minuten
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Darsteller: Samuel L. Jackson, Jennifer Jason Leigh, Kurt Russel, Tim Roth, Walton Goggins, Michael Madsen, Bruce Dern, Channing Tatum, Zoe Bell, Demián Bichir u.a.

Trailer

Filmkritik: The Revenant

© 20th Century Fox

Story: Im Jahr 1832 wird der Trapper Hugh Glass (DiCaprio) bei einer Expedition in Nordamerika von einem Bären angegriffen. Seine Begleiter wollen ihn nicht zurücklassen, können aber in der Gruppe auch nicht zu lange für den Heimweg brauchen, da sie von Ureinwohnern verfolgt werden. Captain Andrew Henry (Gleeson) kehrt mit einem Großteil der Truppe zurück, während Fitzgerald (Hardy) und Bridger (Poulter) bei Glass bleiben. Doch Fitzgerald lässt Glass zum sterben zurück um seine eigenen Interessen zu verfolgen. Niemand hat allerdings mit dem Überlebenswillen von Hugh Glass gerechnet, der sich plötzlich mit der unendlichen Weite der Rocky Mountains konfrontiert sieht. 

Kritik: Viel Wirbel herrschte vor der Veröffentlichung von "The Revenant". Das Studio sah sich gezwungen klarzustellen dass Leonardo DiCaprio im Film nicht von einem Bären vergewaltigt wird. Die Dreharbeiten zogen sich über sieben Monate hin, die Darsteller betonten in Interviews, wie sehr sie an die Grenze des menschlich machbaren gegangen sind. Immer wieder wurde Personal ausgetauscht weil die Leute einfach nicht mehr konnten. Es wurde bekannt dass Iñárritu, der zuletzt mit "Birdman" auf sich aufmerksam machte, nur mit natürlichem Licht drehen wollte und deswegen nur knapp zwei Stunden Drehzeit pro Tag zur Verfügung standen. Kleinere Skandale um verspeiste Bisonlebern gesellten sich hinzu und machten "The Revenant" vermutlich schon vor dem Kinostart zum Lieblingsfilm von Bear Grylls. Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Michael Punke war also schon vorher klar dass den Zuschauer hier kein Zuckerschlecken erwarten würde. Nimmt man Iñárritus Vorliebe für das menschliche Leiden hinzu scheint die Mischung perfekt zu sein, handelt es sich doch um ein wiederkehrendes Thema in all seinen Werken, welches hier nun wohlmöglich auf die Spitze getrieben wird. 

© 20th Century Fox
Ich erinnere mich an einen Urlaub in Schottland, bei dem ich das Culloden Battlefield besuchte. Keine Angst, das wird keine Geschichtsstunde. Jedenfalls steht dort ein Museum, in dem man eine der beklemmendsten Erfahrungen überhaupt machen kann: der komplette Raum ist eine Leinwand, auf der Schlachtsequenzen projiziert werden, als Zuschauer steht man sozusagen mitten auf dem Schlachtfeld, zwischen den Fronten. Ich war zunächst wenig beeindruckt, doch nach den wenigen Minuten, in denen man diese Erfahrung macht, war ich emotional erschöpft und nervlich am Ende. So fühlt sich der Einstieg in "The Revenant" an. Die Gruppe Trapper wird von Indianern angegriffen, und die Kamera ist mittendrin im Geschehen. Doch statt Hektik herrscht Ruhe und die Kamera findet Wege um das Geschehen einzufangen, die man schlicht nicht für möglich gehalten hätte. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes überwältigend, brutal und dabei so schrecklich konsequent. Schnell wird klar was für ein Glücksgriff Kameramann Emmanuel Lubezki ist, der sich hier nach "Gravity" und "Birdman" bereits das dritte Mal als starker Kandidat für einen Oscar positioniert. 

Dazu gesellen sich Szenen bei denen einfach nicht klar wird, wie sie zustande gekommen sind. Während niemand hier von einem Bären vergewaltigt wird findet doch ein Bärenangriff statt, und die Szene, gedreht in einer von zahlreichen wundervollen Plansequenzen, ist unerträglich. Ich kann das Making-Of kaum erwarten und aktuell würde es mich nicht wundern wenn DiCaprio tatsächlich mit einem Bären gekämpft hat während einfach jemand mit der Kamera draufgehalten hat. Es gibt nur eine bestimmte Menge an Brutalität, die ein Zuschauer ertragen kann, und der Realismus dieser Szene stellte zumindest für mich persönlich eine neue Grenze auf und es handelte sich nicht um die einzige Szene, bei der ich am Ende völlig fertig auf meinem Platz saß und nicht mehr weiterschauen wollte. "The Revenant" nimmt dem Zuschauer die passive Rolle des Beobachtens, er zieht in das Geschehen hinein, zerreisst alle Barrikaden und vernichtet jede Distanz, die man zu diesem Film aufbauen könnte. Es gibt kein Entkommen, man muss bis zum Ende durchhalten, auch wenn man wegschauen will. Die Anspannung ist so unerträglich und man braucht den klaren, sauberen Bruch der mit einem Ende einhergeht. 

© 20th Century Fox
Die Geschichte dreht sich in erster Linie um Rache. Glass ist in einer Situation deren Bandbreite nur er vollständig erfassen kann, und er hat guten Grund sich an Fitzgerald rächen zu wollen. Der Rachegedanke treibt ihn an, treibt ihn um und ist das Einzige, woran er denken kann, denn er hat ja nichts anderes mehr, alles wurde ihm genommen. Dem stehen die Indianer gegenüber, die jedes verdammte Recht auf ihre eigene Rache haben, leider aber permanent die falschen Leute verfolgen. Es ist frustrierend und es zeigt eindrucksvoll auf, wieso Rache meistens einfach keine gute Idee ist. Man braucht einen Plan, sonst ist man verloren, man verliert sich in seinem Vorhaben. Und so beginnt die Reise eines Mannes, dessen Körper und Geist gebrochen sind, der sprichwörtlich aus dem Grab zurückkehrt um sich zu rächen. So haftet dem Film dann auch ein etwas Andersweltliches Flair an. Das Vorhaben, nur in natürlichem Licht drehen zu wollen macht sich bezahlt, die Bilder sind atemberaubend spektakulär. Die endlos weite Landschaft wirkt bisweilen nahezu unwirklich schön und wie aus einem Traum, und doch liegt unter all der Schönheit immer auch etwas Bedrohliches. So ganz greifen lässt sich dies aber nicht, doch die Bedrohung zehrt an den Nerven und entwickelt sich zu einer belastenden Angelegenheit. Auch der Soundtrack verstärkt dieses Gefühl.

Reden wir über die Darsteller. Persönlich freut es mich das Domhnall Gleeson so ein gutes Händchen für seine Rollenauswahl besitzt und er entwickelt sich immer mehr zu einem Darsteller der mich wie in Trance Tickets für jeden seiner Filme kaufen lässt. Tom Hardy hat diesen Status schon lange erreicht, und auch wenn er hier bisweilen etwas dick aufträgt (wobei man das durchaus der Regie anlasten kann), selten habe ich eine Figur in einem Film so sehr verabscheut wie Fitzgerald. Beide gehen in ihren Rollen auf und vollbringen diese rare Leistung, ihr eigenes Ich vollkommen verschwinden zu lassen. Es gibt nur noch die Rolle, der Schauspieler dahinter ist verschwunden. Doch das hier ist Leonardo DiCaprio's Show, und er trägt "The Revenant" auf seinen Schultern durch unvorstellbare Qualen. Mit nur einer Handvoll Dialog ausgestattet zeigt er mit Blicken und Körperhaltung was in ihm vorgeht, saugt die Umgebung auf wie einen Schwamm und wird zum Spielball der Naturgewalten. 
© 20th Century Fox
Doch "The Revenant" kommt nicht ohne Makel aus. Wer die Buchvorlage kennt wird einige Änderungen bemerken, und ab einem gewissen Punkt, an dem man sich von der Vorlage löst und eine eigene Geschichte erzählt, wird es konfus. Figuren verhalten sich nur noch bedingt nachvollziehbar und das Finale kommt recht plötzlich um die Ecke. Das ist zwar sauber ausgeführt und fesselt ungemein, auf dem Weg dorthin wird aber deutlich dass hier vor allem der Style im Vordergrund steht. Die Figuren bleiben erschreckend blass gezeichnet und haben außer Plattitüden kaum etwas zu sagen. Das steht im starken Kontrast zu den überwältigenden Bildern, welche die meiste Zeit auch gut darüber hinwegtäuschen können. Hier wäre eine Straffung der Laufzeit um vielleicht 20 Minuten wünschenswert gewesen. Auch die esoterischen Einschübe werden wohl nicht jedem gefallen, auch wenn sie sich wunderbar in die Vielzahl von interpretierbaren Momenten im Film einordnen. 

Fazit: "The Revenant" fordert seine Zuschauer heraus. Atemberaubend schöne Bilder und eine viszerale Brutalität, die nur schwer zu ertragen ist verschmelzen zu einer Tour de Force durch die Rocky Mountains. Das ist sowohl grandios gespielt als auch grandios gefilmt, aber leider auch mit dem einen oder anderen Mangel behaftet und im Endeffekt minimal zu langatmig geraten. Den Gang ins Kino sollte man trotzdem wagen, handelt es sich hier doch weniger um einen Film und mehr um ein Erlebnis, welches seine Zuschauer nicht unbeschadet davonkommen lässt.


Infos zum Film

Originaltitel: The Revenant
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Drama, Thriller, Abenteuer, Western
FSK: 16
Laufzeit: 151 Minuten
Regie: Alejandro González Iñárritu 
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Mark L. Smith
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck u.a.
Trailer

Filmkritik: Slow West

© Prokino
Wenn man sich so in der Kinolandschaft umschaut, dann ist der Western irgendwie rar geworden. Sicher, es werden zahlreiche Western produziert, aber die wenigsten davon landen im Kino. Nachdem sich im letzten Jahr bereits die Skandinavier mit "The Salvation" eindrucksvoll ins Genre einmischten und neue Impulse lieferten, sind in diesem Jahr nun die Briten dran. John MacLean, der sich bisher eher als Musiker einen Namen gemacht hat, liefert mit "Slow West" einen hochkarätig besetzen Western ab, der größtenteils in Neuseeland gedreht wurde. Totgesagte leben durchaus manchmal länger; manchmal werden sie auch wiedergeboren, und auch für den Western scheint dies uneingeschränkt in Form des Neo-Western zu gelten. Schauen wir uns den neuesten Vertreter in dieser Riege, der immerhin mit Michael Fassbender als Garantie für einen guten Darsteller aufwarten kann, mal genauer an. 




Story: Im amerikanischen Westen des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist kaum jemand so sehr fehl am Platz wie Jay Cavendish. Der naive 16-jährige Sohn aus adligem Hause ist auf eigene Faust aus Schottland aufgebrochen, um das Mädchen zu finden, an das er sein Herz verloren hat. Doch obwohl er mit einem Kompass auf seinem Pferd unterwegs ist und nachts mit Revolver in der Hand schläft, ist er überhaupt nicht vorbereitet auf das Abenteuer, das ihn in Colorado erwartet. Da kommt der wortkarge, aber treffsichere Vagabund Silas, der sich ihm als Wegbegleiter Richtung Westen anbietet, gerade recht. Dass der Fremde dabei auf mehr aus ist als die 100 Dollar, die er für seine Dienste verlangt, ahnt Jay nicht. Denn tatsächlich ist auf seine Angebetete und ihren Vater in der Neuen Welt ein hohes Kopfgeld ausgesetzt - und so sind Wölfe und Indianer bald nicht die Einzigen, die Jay und Silas durch Prärien und Wälder verfolgen.
© Prokino
Kritik: Vordergründig ist die größte Stärke dieses Films definitiv Michael Fassbender. Der Mann, der wie selbstverständlich zwischen riesigem Blockbusterkino und leisen Independent-Filmen hin und herwechselt, macht natürlich auch hier eine gute Figur, diesmal eben im Cowboykostüm. Natürlich stilecht mit Zigarre im Mundwinkel. Seine komödiantischen Rollen sind bisher erschreckend rar gesät, doch hier schimmert das Talent dafür durchaus ab und an mal hervor. Doch in erster Linie spielt er einen zynischen Kopfgeldjäger, der des Wilden Westens mächtig überdrüssig ist. Dem gegenüber steht Jay, der auf den ersten Blick einfach nur schrecklich naiv wirkt. Doch diese Naivität beruht auf einem nahezu unerschütterlichen Optimismus. Für ihn ist Amerika das Land der Verheißung, das Land in dem unzählige Versprechen wahr werden können. Dass diese Hoffnungen bitter enttäuscht werden müssen ist beinahe schon schmerzhaft logisch. Beide Darsteller harmonieren gut miteinander und ergänzen ihre jeweiligen Figuren. In den Nebenrollen glänzt vor allem Ben Mendelsohn als Kopfgeldjäger, der einem unweigerlich ein richtig fieses, schiefes Grinsen entlockt. An der Darstellerfront ist also, wie zu erwarten alles souverän.

Dafür überrascht "Slow West" in so ziemlich allen anderen Belangen. Bereits die ersten Sekunden machen deutlich: mit einem handelsüblichen Western hat man es hier nicht zu tun. Die Musik passt nicht so richtig, das Bildformat wirkt deplatziert. Denkt man an Western, dann erwartet man automatisch ein schönes, breites Bild um möglichst viel von der kargen Landschaft zu sehen. Doch hier ist das Format scheinbar eingeengt. Und auch von der kargen Landschaft ist weit und breit nichts zu sehen. Grüne Wälder gibt es, bunte Pflanzen stehen herum. Selbst die Gelbtöne wirken ungewohnt satt. Auch auf musikerfüllte Saloons voller halbnackter Damen wird verzichtet. Kommt es zu einer Schießerei, dann wirkt diese unmotiviert, lustlos, so als ob es wichtigeres geben würde und man der sinnlosen Gewalt keine Aufmerksamkeit schenken mag. Statt epischer Dialoge sind die Gespräche minimalistisch, konzentriert auf's Wesentliche. 

Es ist ein dekonstruieren des typischen Western, durchaus gewürzt mit der ein oder anderen Kritik am Genre. Angepasst an den Filmtitel bewegt "Slow West" sich streckenweise sehr langsam voran. Die Laufzeit von nur 84 Minuten mag da abschreckend wirken, sind doch Filme unter zwei Stunden Laufzeit mittlerweile rar gesät. Doch "Slow West" erzählt in seinem eigenen Tempo, und so fühlen sich die 84 Minuten länger an. Was keineswegs schlecht ist. Regiedebütant MacLean baut sein Finale sorgsam auf, und das Ende sitzt. Die Grausamkeit des oft romantisierten Wilden Westens wird hier gekonnt ad absurdum geführt.
© Prokino
Fazit: "Slow West" hat eine Menge zu sagen: über den Mythos des Wilden Westens, über die Gewaltbereitschaft einiger Menschen, die Jagd auf Ureinwohner und die Hoffnung an sich. Sein Anliegen verpackt er in wunderschöne Bilder, die genau die richtige Kulisse für die gut aufgelegten Darsteller liefern. Doch am Ende wird der Westen dekonstruiert, seiner Magie beraubt. Es ist ein gekonntes Spiel mit den Sehgewohnheiten und den Erwartungen des Zuschauers. Das wird sicherlich nicht jedem gefallen und der eingestreute Humor wird sein übriges tun, um einige Zuschauer abzuschrecken. Dennoch funktioniert der Film, weiß an den richtigen Stellen zu unterhalten. Dass einem alteingesessenen Genre noch etwas Neues hinzugefügt werden kann ist rar, doch "Slow West" gelingt dieser Coup tatsächlich.


Infos zum Film

Originaltitel: Slow West

Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Western, Drama, Thriller, Komödie
FSK: 12
Laufzeit: 84 Minuten
Regie: John MacLean
Drehbuch:John MacLean
Darsteller: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Ben Mendelsohn, Caren Pistorius, Rory McCann

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Filmkritik: The Salvation

© Concorde
Dass die Dänen, oder generell die Skandinavier, in Sachen Kino so einiges auf dem Kasten haben, ist wahrlich keine Neuigkeit. Egal ob Krimi, richtig tiefdunkelschwarze Komödie oder Drama, Kino aus dem hohen Norden ist immer etwas besonderes. Mit "The Salvation" versuchen sich die Dänen jetzt am Western-Genre. Ausgestattet mit Everybodys Darling Mads Mikkelsen, Mikael Persbrandt (Beorn aus den Hobbit-Filmen), Jeffrey Dean Morgan, Jonathan Pryce und natürlich der grenzgenialen Eva Green hat der Film zumindest schauspieltechnisch einige Hochkaräter an Bord. Aber reicht das allein für einen guten Film aus?

Wir schreiben das Jahr 1870. Jon ist nach dem Krieg gegen die Deutschen in die USA ausgewandert. Dort hat er sich ein Haus gebaut, ein Leben aufgebaut, genug Geld beisammen und nach sieben Jahren ist es nun an der Zeit, die Familie nachzuholen. Doch seine Frau und sein Sohn überleben nicht einmal die Kutschfahrt vom Bahnhof zum Haus. Die verantwortlichen hat Jon schnell ausfindig gemacht, und er sinnt auf Rache. Doch er legt sich dabei mit Delarue an, und der hält immerhin eine ganze Stadt in Schach...

© Concorde
"The Salvation" hat sicherlich die ein oder andere Schwachstelle, besonders wenn es um seine Figuren geht. So fällt die Charakterzeichnung doch arg dürftig aus. Gerade Jon mit seinem Migrationshintergrund hätte sicherlich das Potential zur ausgiebigen Analyse geboten. So wird zwar am Anfang viel Wert darauf gelegt, dass er Däne ist, das wird aber ab dem Moment egal wo er seiner Familie beraubt wird. Auch ansonsten hat man es durch die Bank weg mit Archetypen zu tun: Der Bürgermeister ist gleichzeitig der Bestatter und hat absolut kein Rückgrat, der Sheriff ist zwar auch der Priester, liefert aber nicht mehr als ein paar Informationen über den Anführer der Bösen. Leider werden auch diese Informationen nicht genutzt, und so bleibt Delarue zwar ein effektiver Gegner in seinen Handlungen, aber eben leider auch farblos. Auch schafft "The Salvation" es nicht, dem Westerngenre irgendwelche neuen Perspektiven zuzufügen, aber die gängigsten Zutaten kommen immerhin alle vor und werden gekonnt eingesetzt. Beeindruckend ist es zum Beispiel, wie wenig Gewissen in der kleinen Stadt scheinbar vorhanden ist. Jeder ist sich selbst der nächste, und der eigene Vorteil, der ja auch immer das eigene Überleben darstellen kann, ist wichtiger als alles andere. Wenn eines deutlich wird, dann dass der Regisseur dem Genre zugetan ist und eine deutliche Verehrung der alten Klassiker durchschimmern lässt. 

Überhaupt macht "The Salvation" so gut wie alles andere einfach richtig. Vor allem die Darsteller überzeugen durch die Bank weg. Mads Mikkelsen glänzt, wie gewohnt als Mann, der auf Rachetrip unterwegs ist. Als Schauspieler ist er schon lange eine Kraft, mit der man rechnen muss, und hier macht er keine Ausnahme. Ihm zur Seite steht Mikael Persbrandt als Jons Bruder Peter, dem der Westernlook ausgesprochen gut zu Gesicht steht. Jeffrey Dean Morgan kanalisiert zwar den 0815-Bösewicht, aber offensichtlich hat er Spaß an der Sache, und das merkt man ihm auch an. Besonders nennenswert ist auch Eva Green, die als Madelaine zwar kein einziges Wort spricht, dafür aber mehr Emotionen mit ihren Augen ausdrücken kann, als andere Schauspieler es mit Worten könnten. Ihre Rolle ist auch relativ interessant angelegt und für die ein oder andere Überraschung gut. Jonathan Pryce brilliert wie gewohnt in einer Nebenrolle als Bürgermeister.

© Concorde
Auch technisch macht der Film einiges her. Gleich zu Beginn fällt die satte Farbgebung auf, diese bleibt auch den ganzen Film erhalten. Nachtaufnahmen werden durch das Mondlicht erhellt, die wohlnuancierten Blautöne kommen so besonders gut zur Geltung. Auch über ein paar visuelle Eigenheiten verfügt der Film. So ist "Öl" ein recht wichtiges Thema, und wer genau hinschaut kann erkennen, dass der Regen nachts beinahe wie eben dieses aussieht. Ergänzt wird diese eigensinnige Optik durch die wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Gedreht wurde in Südafrika, Bilder vom Monument Valley wurden dann nachträglich am PC eingefügt. Dies ist aber so überzeugend gelungen, dass es vermutlich den Wenigsten auffallen dürfte. Die Nachbearbeitung hat hier wirklich alle Register gezogen. Auch der Soundtrack weiß positiv und atmosphärisch aufzufallen.Selbst dann, wenn er garnicht vorhanden ist und wir als Zuschauer nichts anderes hören als die Umgebungsgeräusche. Vereinzelte Gitarrenklänge schaffen so mit teilweise schon fast minimalistischem Aufwand ganz große Effekte.

Darüber hinaus ist der Film mit knappen 90 Minuten straff erzählt. Es wird sich auf das Wesentliche konzentriert, Nebenschauplätze gibt es nicht. Auch als Rachethriller ist er so sowohl spannend als auch konsequent aufgezogen. Man weiß sozusagen vorher schon, was man bekommen wird. Jemand hätte Delarue und seinen Leuten vielleicht vorher mitteilen sollen, dass man sich mit Mads Mikkelsen eben besser nicht anlegt. Denn wenn dieser Mann eins kann, dann ist es Rache nehmen. Brutal, schonungslos und sehr, sehr konsequent. Brutal vor allem in dem, was nicht gezeigt wird. So ist das Ergebnis immer sehr eindrucksvoll anzuschauen, dessen Entstehungsgeschichte findet aber im Kopf des Zuschauers statt, und da geht es ja bei nicht wenigen doch recht kreativ zu. "The Salvation" erfindet den Western nicht neu, er hat aber eine spannende Geschichte, beeindruckende Optik und sehr gute Darsteller zu bieten.

Infos zum Film
Originaltitel: The Salvation
Genre: Western, Drama, Thriller
FSK: 16
Regisseur: Kristian Levring
Darsteller: Mads Mikkelsen, Eva Green, Mikael Persbrandt, Jeffrey Dean Morgan, Jonathan Pryce

Trailer 


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