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gesehen: Poldark Staffel 2

© Edel:Motion

Story



Im Jahr 1790 liegen Aufruhr und Revolution in der Luft. Ross (Aidan Turner) soll der Prozess gemacht werden, und George Warleggan (Jack Farthing) lässt nichts unversucht, ihn als Aufständischen hängen zu sehen. Während Francis (Kyle Soller) und Elizabeth (Heida Reed) starr vor Entsetzen sind, setzt Demelza (Eleanor Tomlinson) alles daran, ihren geliebten Ross zu retten.
Von Schulden erdrückt versuchen Ross und Francis, ihre Fehde beizulegen und sich durch den gemeinsamen Erwerb einer neuen Mine von dem Einfluss der Warleggans zu befreien. Um diesen Weg beschreiten zu können, setzt Ross bei einem verzweifelten Schmuggel alles auf eine Karte. Inmitten verhängnisvoller Verluste, entscheidender Errungenschaften und zerrütteter Beziehungen muss Ross seine Differenzen beilegen – ein für alle Mal. Doch welchen Preis muss er dafür bezahlen?

Serienkritik: Poldark Staffel 1

© Edel:Motion
Wer hier bereits eine Weile mitliest, der dürfte von meiner ausgeprägten Schwäche für englische Serien mitbekommen haben. Egal ob England selbst oder Schottland, Irland, Wales und Co: Ich liebe die Inseln. Entsprechend groß war die Vorfreude auf "Poldark" mit Aidan Turner in der Hauptrolle. Was die Serie kann, dass erfahrt ihr in der Besprechung.

Story


Im Jahr 1783 kehrt Ross Poldark (Aidan Turner - Der Hobbit, Chroniken der Unterwelt, Being Human) vom Unabhängigkeitskrieg zurück und muss feststellen, dass in Cornwall nichts mehr ist, wie es war: Sein Vater ist tot, der Familienbesitz mitsamt der dazugehörigen Minen heruntergewirtschaftet und verschuldet, und seine Jugendliebe Elisabeth (Heida Reed) wird in wenigen Wochen seinen Cousin Francis (Kyle Soller) heiraten.
Trotz dieser Rückschläge möchte Ross seine Heimat nicht verlassen. Er ist fest dazu entschlossen, sein Erbe anzutreten und die Zinnminen seiner Familie wieder in Betrieb zu nehmen. 

Filmkritik: La La Land


© Studiocanal

Sieben gewonnene Golden Globes bei sieben Nominierungen, und vermutlich wird es bei den diesjährigen Oscars ähnlich gut für "La La Land" laufen. Höchste Zeit also, kurz vor dem offiziellen Kinostart mal über diesen absolut magischen Film zu sprechen, der sich auf direktem Weg in mein Herz gesungen und getanzt hat.

Story

In Los Angeles begegnen sich zwei Träumer: Die leidenschaftliche Mia ersehnt sich den Durchbruch als Schauspielerin, leidet aber an ihrer großen Einsamkeit. Der charismatische Sebastian arbeitet derweil an seiner Karriere als Jazz-Musiker, hat es aber noch nicht über kleine Auftritte hinausgebracht. Der Zufall will es, dass sich die beiden eines Tages begegnen – und verlieben. Für beide ist es von Anfang an nicht leicht, ihre Liebe in der rauen, vom Konkurrenzkampf beherrschten Atmosphäre der Stadt zu leben. Als sich erste Erfolge einstellen, wird ihre noch frische Beziehung umso mehr auf die Probe gestellt.

Filmkritik: Crimson Peak

© Universal
Story: England im 19. Jahrhundert: Die junge Autorin Edith Cushing ist noch nicht lange mit Sir Thomas Sharpe verheiratet, doch schon kommen ihr erste Zweifel, ob ihr so ungemein charmanter Ehemann wirklich der ist, der er zu sein scheint. Edith spürt immer noch die Nachwirkungen einer schrecklichen Familientragödie und sie merkt, dass sie sich immer noch zu ihrem Jugendfreund Dr. Alan McMichael hingezogen fühlt. Durch ihr neues Leben in einem einsamen Landhaus im Norden Englands versucht sie, die Geister der Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Doch das Haus auf Crimson Peak – und seine übernatürlichen Bewohner – vergessen nicht so einfach ... denn zwischen Begehren und Finsternis, Geheimnissen und Wahnsinn liegt die Wahrheit unterhalb von Crimson Peak.
Kritik: Guillermo del Toro gehört, das muss vorher festgehalten werden, zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren. Er bewegt sich in den fantastischsten, oft selbst erschaffenen Welten als wären sie sein Zuhause, und er erzählt Geschichten die vielleicht nicht immer direkt zugänglich für jeden sind, aber doch immer so viel mehr sagen als man auf den ersten Blick vermuten würde. "Crimson Peak" ist eine Gothic Horror Story, wie sie im Buche steht. Dessen sollten sich die Zuschauer bewusst sein, bevor sie mit völlig falschen Erwartungen an den Film herantreten.
Mia Wasikowska als Edith Cushing © Universal
Mit Tom Hiddleston, Jessica Chastain und auch Mia Wasikowska hat Del Toro Darsteller gefunden, die perfekt in diese altmodisch-gruselige Umgebung passen. Ergänzt werden sie durch einen zurückhaltenden Charlie Hunnam und den wie immer wundervollen Jim Beaver. "Crimson Peak" arbeitet, wie die Klassiker ihrer Zeit, vor allem über die emotionale Schiene. Und hier machen sich die Schauspieler dann bezahlt, denn die Atmosphäre knistert nur so vor versteckten Geheimnissen und Anspannung aller Art. Als Zuschauer spürt man, dass die Geschwister etwas verbergen und man ist gemeinsam mit Edith hilflos in den schier endlosen Gängen von Allerdale Hall verloren.
Jessica Chastain und Tom Hiddleston © Universal
Visuell ist "Crimson Peak" erneut eine gigantische Spielwiese, auf der sich ausgetobt werden kann. Die Kontraste zwischen der Umgebung und dem Aussehen der Darsteller sowie ihren Kostümen lädt zum Staunen und interpretieren ein. Rabenschwarzes Haar auf weißem Schnee, alles umfangende Dunkelheit in Form eines Mantels: "Crimson Peak" geizt nicht mit seiner Bildsprache. Als zentrales Schaustück glänzt das verfallene Haus der Sharpes. Roter Ton trieft wie Blut aus den Wänden, die absolute Isolation von der restlichen Umgebung und die Verschmelzung von Innen und Außen dank des eingefallenen Daches jagt wohlige Schauer über den Rücken. Dort, wo Häuser normalerweise Schutz bieten, dringen die Elemente ungehindert ein. Einige Räume sind verriegelt, und die Suche nach dem passenden Schlüssel wird zur Überlebensangelegenheit. Da viel Zeit darauf verwendet wird, die Architektur des Hauses und die verworrenen Gänge zu erforschen, bleibt im Finale die Orientierung möglich, was die Spannung gut nach oben treibt. Musik und vor allem die Umgebungsgeräusche ziehen die Spannungsschraube ebenfalls kräftig an und lassen "Crimson Peak" zu einem visuellen wie akustischen Meisterwerk werden. Zwischendrin gibt es einige, oftmals unerwartete, Gewaltspitzen zu bestaunen, im Großen und Ganzen jedoch ist dies hier eine liebevolle Hommage an den Glanz vergangener Zeiten, in denen die wahren Monster doch irgendwie humanen Ursprungs waren. Dabei wird sicher das Rad nicht neu erfunden, doch in seiner Opulenz sucht "Crimson Peak" seinesgleichen vergebens.
Allerdale Hall, heimlicher Hauptdarsteller © Universal
Fazit: "Crimson Peak" leidet vor allem unter seinem schlechten Marketing. Die Trailer suggerieren einen Horrorfilm voller Geister, doch hier liegt etwas ganz anderes vor. Würde man ihn richtig einordnen, dann hat man es hier mit einem lupenreinen, klassischen Gothic Horrorfilm zu tun, und der unterscheidet sich vom "normalen" und modernen Horrorfilm. Die Geister sind metaphorisch zu sehen. Guillermo del Toro hat seine Hausaufgaben gemacht und liefert einen Film ab, der von seinen Darstellern und vor allem von den grandiosen Kulissen getragen wird. Natürlich kann man bemängeln dass die Geschichte vorhersehbar ist, aber geht es wirklich darum? Ein Film auf den man sich einlassen muss, aber in seinem Fach ein ganz starker Genrebeitrag, der zum Wiedersehen, zum Träumen und Versinken einlädt.
Infos zum Film

Originaltitel: Crimson Peak
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Horror, Romantik, Fantasy, Drama
FSK: 16
Laufzeit: 118 Minuten
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro, Matthew Robbins
Darsteller: Mia Wasikowska, Jessica Chastain, Tom Hiddleston, Charlie Hunnam, Jim Beaver, Doug Jones u.a.
Trailer


Filmkritik: We love to Dance

© Capelight
Story: Tu träumt von einer Karriere als professioneller Hip-Hop-Tänzer. Als ihn die K-Crew – eine der besten Tanz-Crews des Landes – probeweise aufnimmt, scheint er seinem großen Ziel ein Stück näher zu kommen. Doch dann verliebt sich Tu in Sasha, die Freundin von K-Crews Anführer Kane. Dieser merkt bald, dass zwischen den beiden nicht nur beim Tanzen eine besondere Verbindung zu bestehen scheint. Als ein wichtiges Turnier näher rückt, an dem Tu eigentlich mit seiner alten Crew teilnehmen wollte, muss er eine schwere Entscheidung treffen – und seinen eigenen Weg zum Erfolg finden.

Kritik: "We love to Dance" überrascht zunächst mit einer bisher doch eher vernachlässigten Location, nämlich Neuseeland. Hier lernen wir Tu kennen, der in typischer Jugendfilm-Manier eine ganze Menge Probleme hat. Liebe, Zukunftssorgen, das ganze Programm eben, durch das sich jeder von uns als Teenager irgendwie durchschlagen muss. Insofern fällt es dem Genre des Tanzfilmes wohl leicht, sein Zielpublikum zu erreichen. Schwieriger sieht es da schon aus, wenn der Zuschauer aus der Teenie-Zeit schon eine Weile entwachsen ist.
© Capelight
Doch "We love to Dance" navigiert diesen potenziell schwierigen Spagat im Prinzip ganz gut. Sicher, man hätte mehr aus dem sozialen Umfeld in South Auckland machen können. Vor allem im Konflikt mit Tus Love Interest, einer Tänzerin aus reichem Hause. Ein bisschen wohldosiertes Sozialdrama würde sich auch diesem Genre nicht schaden. Doch das macht der Film mit sympathischen Figuren locker wett. Gewissermaßen ist es gerade dieser Verzicht auf zu viel Pathos, zu viele an den Haaren herbeigezogenen Probleme, der "We love to Dance" eine solide, grundfeste Basis verschafft. Er bietet rein von der Geschichte her nichts Neues, nicht besonders viel, aber das, was er bietet, wirkt natürlich und irgendwie erfrischend. Das mag sicher auch an den Darstellern liegen, die teilweise zum ersten Mal vor der Kamera stehen. Hier und da fehlt es ein bisschen an der Mimik, doch das macht der Film an anderer Stelle wieder gut.
© Capelight
Mitreißend wird es bei den Tanzszenen. Diese wurden von Parris Goebel inszeniert, sie tanzt auch selbst vor der Kamera mit. Am Anfang wirken die Choreografien noch zurückhaltend, die Kamera erweist sich als ungeschickt und wilde Schnitte lassen Zweifel aufkommen, ob die Menschen vor der Kamera überhaupt tanzen können. Doch mit dem Fortschreiten der Handlung kehrt Ruhe ein. Gleichzeitig werden die Tänze lebendiger, bis zum großen, fast 30 Minuten langen Finale. Hier werden schwere Geschütze aufgefahren und selbst als absoluter Laie was Hip Hop Tanz angeht kam ich nicht umhin, beeindruckt zu sein.

Fazit: Mag sein, dass der Tanzfilm in den letzten Jahren inhaltlich auf der Stelle getreten ist. Doch "We love to Dance" zeigt, dass überall getanzt wird, dass überall Jugendliche vor den gleichen Problemen stehen. Nach einem etwas zähen Start kommen Tanzfreunde in den letzten 30 Minuten voll auf ihre Kosten. Davor gibt es wohldosierte Coming-of-Age Geschichten mit einem spannenden Einblick in eine der Jugendszenen von Neuseeland.

Infos zum Film

Originaltitel: Born to Dance
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Tanzfilm, Romanze
FSK: 6
Laufzeit: 96 Minuten
Regie: Tammy Davis
Drehbuch: Steven Barr u.a.
Darsteller: Tia Maipi, Stan Walker, John Tui, Kherington Payne u.a.

Trailer

Filmkritik: Whiskey Tango Foxtrot

© Paramount
Story: TV-Reporterin Kim Baker (Tina Fey) sucht nach einer neuen Herausforderung in ihrem Leben: Thunfischsalat im Großraumbüro und Beziehungsweichei an ihrer Seite können doch nicht alles gewesen sein. Als der Kabelsender, für den sie arbeitet, unter den unverheirateten, kinderlosen Mitarbeitern kamerataugliches Kanonenfutter für die Berichterstattung von der afghanischen Reporter-Front sucht, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. Völlig überfordert von sich und Kabul, erlebt die Journalistin, dass es irgendwann keinen Unterschied mehr macht, ob man den Presseausweis um den Hals oder auf der Kevlar-Weste trägt. Fest entschlossen, die beste Story zu finden, lässt sich Kim auf die neuen Regeln ein.

Kritik: Manchmal sitzt man vor einem Film und weiß einfach nicht, was man davon halten soll. "Whiskey Tango Foxtrot" ist so ein Fall. Denn sein Potenzial ist beinahe unerschöpflich. Tina Fey beweist mit jedem Auftritt, was für ein grandioses Gespür für Comedy sie hat. Martin Freeman habe ich bisher auch in keiner schlechten Rolle gesehen, Margot Robbie aktuell nicht in einem Film zu haben scheint auch wie ein Verbrechen. Kriegsfilme erfreuen sich aktuell auch großer Beliebtheit, und ein Film über Journalisten hat zuletzt den Oscar gewonnen. Dieser hier beruht dann auch noch auf einem Buch ("The Taliban Shuffle"), man könnte also meinen, hier kann nur ein wenigstens guter Film herauskommen.
Erst mal schön alle in Gefahr bringen. © Paramount
Dem ist leider nicht so. Stattdessen entwickelt sich "Whiskey Tango Foxtrot" bereits in den ersten Minuten zu einem abstrusen Selbstfindungstrip einer Frau in ihren Vierzigern. Kinderlos und Unverheiratet, der Freund ist ebenfalls häufig unterwegs und sowieso nicht wirklich vertrauenswürdig. Wie geschaffen also für einen dreimonatigen Aufenthalt in Afghanistan. Jetzt ist Afghanistan an sich bereits ein schwieriges Pflaster in Sachen Filme, denn mittlerweile sind andere Schauplätze im Bewusstsein der Allgemeinheit relevanter. Immerhin ist New Mexico ein schöner Kulissenersatz, das war es dann aber auch schon. Denn statt sich mit den sicherlich spannenden Problemen einer Reporterin im Nahen Osten zu befassen, geht der Film den einfachen Weg. Und der führt über dämliche Klischees, jede Menge Anzüglichkeiten, aber keinesfalls über irgendeine Form von Charakterentwicklung. Positiv könnte man höchstens anrechnen, dass wirklich jeder hier auf nervig-dümmliche Art sein Fett wegkriegt. Sobald Figuren hier sprechen dürfen, geben sie flachen Unsinn von sich. Wenn Kim in Kabul ankommt und von einer verschleierten Frau angebrüllt wird, sie solle sich doch bitte verhüllen, sie Hure, dann soll das vermutlich witzig sein, irritiert allerdings in höchstem Maße. Alfred Molinas Charakter fällt ohne weitere Umschweife in das "alle muslimischen Männer sind wilde Tiere, die nur vögeln wollen und sich dabei dumm benehmen" Klischee. Davon, dass die beiden afghanischen männlichen Sprechrollen mit weißen Darstellern besetzt wurden, will ich eigentlich gar nicht erst anfangen. Scheinbar reicht es, sich einen langen Bart wachsen zu lassen, ein bisschen afghanische Kleidung (was auch immer das sein soll) anzuziehen und drei bis vier dicke Schichten Bronzer aufzutragen, um zu überzeugen.
Eine 15, weil sie weiß ist. © Paramount
Das wirklich ätzende ist allerdings, dass ich mich tatsächlich mies fühle, diesen Film auseinanderzunehmen. Das beruhen auf wahren Tatsachen, auf der Autobiografie einer tatsächlichen Journalistin, macht es schwierig, mit dem Thema umzugehen. Das Buch habe ich bisher nicht gelesen, doch diverse Besprechungen im Internet deuten auf eine Lektüre, die voller Selbstbewusstsein für das eigene Privileg steckt. Auf eine kluge Frau, die mit messerscharfem Verstand ihre Umgebung und ihr Wirken darin versteht. Nun vertragen sich Buch und Film nicht immer, vieles geht verloren. Aber wäre es wirklich so schwer gewesen, nicht permanent die Fickbarkeit (sorry, not sorry) der beiden weißen Frauen in diesem Film zu thematisieren? Ist es zu viel verlangt, nicht permanent hören zu müssen, dass Tina Fey "fast eine 10 ist", weil um sie herum nur vollverschleierte und somit scheinbar automatisch hässliche Frauen sind? Muss betont werden, dass nur weiße Frauen wirklich schön sein können, dass es eine Art geografische Grenze für etwas subjektives wie Schönheit gibt? Ist es wirklich notwendig permanent zu wiederholen, dass die beiden Journalistinnen die Finger von ALLEN Männern im ganzen Land lassen sollen? Braucht es automatisch Rom-Com Elemente, nur weil die Hauptfigur eine Frau ist? Ist das die Message, die wir an junge Frauen senden wollen? Hey, du kannst sicherlich eine Reporterin in einem Krisengebiet sein, es wird dich fickbarer machen als du es zuhause je warst! Dass die einzige andere Frau im Film dann auch gleich zur beruflichen Konkurrenz wird ist da nur logisch, denn jeder weiß ja, dass Frauen nicht gemeinsam arbeiten können, weil sie einfach gemeine Biester sind, die sich nur gegenseitig ausstechen wollen. Für die anwesenden Männer sind die beiden ja sowieso keine Konkurrenz, sondern nur niedliche kleine Mädchen, die sich auch mal an einem Job für richtig harte Jungs versuchen wollen.
Doctor Watson ist wieder in Afghanistan. © Paramount
Richtig bitter wird diese Mischung, weil an anderen Ecken, wenigstens in ein, zwei Augenblicken, durchaus sowas wie Spaß hervorblitzt. Allerdings kommen die Witze, die wirklich zünden, hauptsächlich von Missverständnissen, egal ob in sprachlicher oder kultureller Hinsicht. Abgesehen von den zahlreichen Problemfeldern, die der Film erfolglos beackert, liefern die Darsteller durch die Bank weg gute Leistungen. Billy Bob Thornton ist herrlich emotionslos, Martin Freeman darf mal so richtig frech sein. Natürlich verliebt Frau sich dann ausgerechnet in das Arschloch, aber hey, wir Mädchen können halt einfach nicht anders. Doch die Mischung aus Kriegsfilm, Drama und Romanze sowie Komödie erweist sich als unmöglich. Die wenigen Actionsequenzen sind unterirdisch schlecht gemacht. Die Drama-Elemente werden wahllos eingestreut, während das Timing in Sachen Comedy an eine Katastrophe grenzt. Der Film sorgt nicht einmal dafür, dass man am Ende mehr über den Afghanistankonflikt wissen will. Und das ist vielleicht das schlimmste daran: bei all den negativen Aspekten, die hier zutage kommen, ist er einfach nur vergessenswert.

Fazit: Nichts anderes als "Eat Pray Love" vor Kriegskulisse, setzt sich "Whiskey Tango Foxtrot" einfach selbst in den Sand. Eine Bindung zu den Figuren will so gar nicht gelingen, mit einer Ausnahme, nämlich dem Fahrer von Kim. Dämliche Klischees werden munter in jede erdenkliche Richtung reproduziert, es gibt keinerlei Grundlagen für die Handlungen der Figuren. Eine Frau in der Hauptrolle bedeutet scheinbar immer noch, dass der Film automatisch zu einer Romanze werden muss. Dass es scheinbar auch keine Nicht-Weißen Darsteller für afghanische Sprechrollen gab verkommt da schon fast zum Nebenschauplatz, denn hier stimmt auch sonst schon einfach nichts. Möglicher Alternativtitel: Foxtrot.Uniform.Bravo.Alfa.Romeo. 

Infos zum Film

Originaltitel: Whiskey.Tango.Foxtrot
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Biopic, Drama, Kriegsfilm, Romanze
FSK: 12
Laufzeit: 112 Minuten
Regie: Glen Ficarra, John Requa
Drehbuch: Robert Carlock.
Darsteller: Tina Fey, Margot Robbie, Martin Freeman, Billy Bob Thornton, Christopher Abbott, Alfred Molina u.a.

Trailer


Filmkritik: Für immer Adaline

© Universum

Liebesgeschichten sind ja immer so eine Sache, oft sind sie furchtbar kitschig und fallen vor allem durch ihre naiven und komplett lebensfernen Figuren auf. "Für immer Adaline" umgeht zumindest die letztere der beiden Problematiken, indem er seine Protagonistin seit mehreren Jahrzehnten nicht altern lässt. Diese unterschwellige Science Fiction Komponente verschafft dem Film eine spannende Prämisse, aber kann er auch überzeugen?

Story: Die Welt hat sich in den letzten hundert Jahren verändert – nicht aber Adaline Bowman. Es ist 1935 und Adaline 29 Jahre alt, als ihr Leben eine schicksalhafte Wendung erfährt. In einer stürmischen Nacht gerät Adaline in einen Unfall und fortan gelten für sie die Regeln der Zeit nicht mehr: Adaline hört auf zu altern. Was wie ein Traum klingt, bedeutet für Adaline ein einsames und zurückgezogenes Leben: Fast alle Menschen, denen sie im Laufe der folgenden acht langen Jahrzehnte nahe kommt, muss sie irgendwann schweren Herzens verlassen, um ihr Geheimnis zu wahren – bis auf ihre Tochter Flemming. Doch eines Tages begegnet sie dem charismatischen Ellis Jones. Hals über Kopf verliebt er sich in die geheimnisvolle Adaline und gibt auch nicht auf, als sie sich von ihm zurückzieht. Ihre strikten Vorsätze geraten ins Wanken: Kann sie diesmal der großen Liebe eine Chance geben und sich Ellis anvertrauen?
© Universum
Kritik: "Für immer Adaline" ergeht sich knapp über die erste Hälfte hinaus in wohliger Kuschelatmosphäre. Jedenfalls oberflächlich. Wer genauer hinschaut erkennt, wie viel Leid diese Figur mit sich herumträgt. Ihre Tochter ist deutlich gealtert und das Rollenverhältnis Mutter - Tochter wirkt bisweilen umgekehrt. Adaline fehlt die Kraft noch einen weiteren Hund in ihr Leben zu holen, schon zu viele treue Vierbeiner hat sie beerdigen müssen. Doch anderen Menschen kann sie ihr Geheimnis nicht anvertrauen, und so erleben wir als Zuschauer in wundervoll dekorierten Rückblenden eine Frau die vor sich selbst und vor anderen flüchtet. Aber auch eine Frau die vorsorgt, die sich der Umstände bewusst ist und deswegen keine Zeit für sinnlose Romantik hat. Das ist erst mal unheimlich sympathisch, erweckt aber auch genau durch diese Besonnenheit dann eine ganz andere Sorte von Mitleid. Adalines Einsamkeit wird nicht über die Kitsch-Schiene dargestellt, und deswegen trifft sie um so mehr ins Schwarze.

© Universum
So plätschert das dann alles vor sich hin. Blake Lively erfüllt Adaline mit einer ungewohnten Würde und Grazie, ihr Spiel ist eher zurückhaltend, passt aber zur Vorsicht, mit der die Figur in ihrem Leben vorgeht. Aus dem Konzept gebracht wird sie von Michiel Huisman, der schon bei "Game of Thrones" der Khaleesi den Kopf verdrehen durfte. Hier ist er in zeitgemäßer Montur unterwegs, und seine Figur wirkt sympathisch und vor allem offen. So offen, dass sich selbst Adaline von ihrem vorsichtigen Aussichtsposten entfernt. Für kurze Zeit entbrennt ein "kommen sie zusammen oder doch nicht" Spielchen, das sich aber schnell abnutzt. Zu diesem Zeitpunkt hat man dann beinahe unweigerlich das Gefühl es nun doch mit einer 08/15 Kitschromanze zu tun zu haben. Das ist dann zwar schön anzusehen, aber absolut nichts Neues. Man findet sich also mit der vermeintlichen Stangenware ab. Hier und da kommt Unmut auf, weil der Film sich nur zu oft in sicheren Zonen bewegt und all die brisanten Gefahrensituationen, denen Adaline ausgesetzt wird höchstens andeutet. Da schimmert an allen Ecken Potential durch, das dann aber nie genutzt wird.

Aber dann: Auftritt Harrison Ford. Seine Figur bringt eine emotionale Schlagkraft in den Film und wertet die bis dahin recht nett ansehbare Romanze deutlich zu Gunsten eines Dramas auf. Seine Rolle ist unerwartet dramatisch und irgendwie auch durch den hohen Nostalgiefaktor noch mal um einiges gewichtiger als es für so einen Film sein müsste. Ab hier wird "Für immer Adaline" dann zum Drama und funktioniert als solches auch ganz wunderbar, bis man sich dann kurz vor dem Ende doch zu Gunsten des Kitsches noch einmal umentscheidet. Das macht aber trotzdem Spaß, ist schön anzuschauen, rührt hier und da zu Tränen und funktioniert insgesamt überraschend gut, auch für Leute die kitschigen Romanzen nicht unbedingt so viel abgewinnen können. Die erzwungene medizinische Erklärung hätte es zwar nicht gebraucht, aber im Sinne des Wohlfühlfaktors kann man da getrost drüber hinwegsehen.

Fazit: Über weite Teile ist "Für immer Adaline" eine Wohlfühlromanze mit einer überraschend aufgeräumten Hauptfigur, die sich jederzeit der Konsequenzen ihres Handelns bewusst ist. Erst im letzten Drittel, mit dem wuchtigen Auftauchen von Harrison Ford, der hier sicher eine der besten Leistungen seiner Karriere liefert, geht "Für immer Adaline" in eine unerwartete Richtung. Das Ende wirkt dann ein wenig holprig, doch insgesamt bleibt ein positiver Eindruck und eine Romanze, die größtenteils von Kitsch befreit daherkommt. Im Zentrum steht allerdings klar Blake Lively, die sich durch die Jahrzehnte spielt und ihre Figur mit einer nahezu unberührbaren Würde verkörpert.

Die Blu-ray: Die Blu-ray, die seit dem 20.11.2015 im Vertrieb von Universum steht, kommt in deutschem und englischen DTS-HD Master Audio 5,1 daher und ist schön klangstark und sauber abgemischt. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen und werden nicht von der Musik übertönt. Untertitel in beiden Sprachen sind ebenfalls vorhanden, die englischen Untertitel sind dabei auch für Hörgeschädigte geeignet. Das Bild ist scharf, gestochen klar und kontrastreich gehalten. Für Sammler liegt ein Wendecover bei. Die Extras sind ebenfalls schön ausgefallen, neben ein paar entfallenen Szenen gibt es insgesamt drei Featurettes, Eindrücke von der Premiere des Films und Interviews mit den Darstellern und der Crew hinter der Kamera. 





Infos zum Film

Originaltitel: Age of Adaline
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Sci-Fi, Drama, Romantik
FSK: 6
Laufzeit: 113 Minuten
Regie: Lee Toland Krieger
Drehbuch: J. Mills Goodloe, Salvador Paskowitz
Darsteller: Blake Lively, Michiel Huisman, Harrison Ford, Ellen Burstyn, Kathy Baker, Amanda Crew, Anthony Ingruber u.a.


Trailer

Serienkritik: Outlander Staffel 1

© Starz
Um "Outlander" habe ich lange Zeit einen Bogen gemacht. Einen weiten Bogen. Die Buchvorlage war mir zwar bekannt, gelesen habe ich aber bisher kein einziges Buch aus der ganzen Reihe. "Outlander" kämpfte bei mir gegen Windmühlen, denn so sehr ich auch Schottland liebe, ich hatte keine Lust auf eine lahme, kitschige Liebesgeschichte vor romantischer Kulisse. Oh man, wie falsch ich doch lag. Als ein Kollege nur positives über die erste Staffel zu sagen hatte und mir das Ganze mit den Worten "das wird dir sicher gefallen, nachdem du dich so über "Game of Thrones" aufgeregt hast" nochmal mit aller Deutlichkeit nahelegte ergab ich mich also meinem Schicksal. Nachdem ich also die komplette erste Staffel in einer Woche verschlungen habe ist es Zeit für ein Plädoyer in Sachen "Outlander".





Story: Die britische Kriegskrankenschwester Claire Randall wird nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder mit ihrem Ehemann vereint. Auf ihrer zweiten Hochzeitsreise geht sie durch einen alten Steinkreis und befindet sich plötzlich im Jahre 1743 im kriegszerrütteten Schottland der Highland-Clans. Welche Mächte sie auf diese Zeitreise voller Intrigen und Gefahren geschickt haben, weiß Claire nicht. Sie wird als Spionin bezichtigt und muss einen verfolgten Highlander heiraten, in den sie sich auch noch verliebt. Claire ist zwischen zwei Männern, der Vergangenheit und ihrer Zukunft hin- und hergerissen. Dabei stehen ihr Leben und ihr Herz auf dem Spiel.
© Starz
Kritik: Als Zuschauer muss man sich natürlich zunächst einmal damit auseinandersetzen dass es hier um Zeitreisen geht. Die Serie beginnt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, Claire (Caitriona Balfe) und ihr Mann sehen sich nach Jahren zum ersten Mal wieder. Auch hier hatte ich Angst, aber Frank (Tobias Menzies) ist einfach ein richtig netter Kerl. Vielleicht ist er ein bisschen langweilig, aber verdammt, die beiden lieben sich, keiner benimmt sich wie ein Arsch. Die zweiten Flitterwochen werden in Schottland verbracht und eigentlich könnte alles prima sein. Doch dann sehen die beiden zu Samhain (Halloween) ein altes Ritual an einem Steinkreis. Als Claire am nächsten Tag den Steinkreis allein besucht wird sie in der Zeit zurückgeworfen. Es gibt keine direkte Erklärung dafür und Claire geht auch verdächtig entspannt damit um. Frank ist natürlich außer sich und sucht nach seiner Frau. Hier hätte man den Kitsch so richtig aufdrehen können, doch die Serie bleibt bodenständig und zeigt uns ein Paar, dass nichts will außer wieder zusammenzufinden. Es ist unheimlich leicht sich für die beiden zu begeistern und die Serie nimmt sich auch angemessen viel Zeit bis Claire sich dann für Jamie (Sam Heughan) interessieren "darf".

Jamie kommt dann auch zunächst daher wie das personifizierte Cover jedes Highlander-Liebesromans der je geschrieben wurde. Er ist groß, er ist männlich und bestimmt, er kann kämpfen, er hat eine dunkle Vergangenheit, hört zu, ist freundlich und schreitet dazwischen wenn Frauen ungerecht behandelt werden. Ich müsste lügen wenn ich sagen würde dass ich Jamie nicht innerhalb weniger Folgen verfallen bin. Doch "Outlander" spielt mit dieser scheinbaren Perfektion, denn auch Jamie gerät in Momente, in denen eine ganz andere Seite zum Vorschein kommt. Einige davon sind gut gehandhabt, andere (nachdem er eine Meinungsverschiedenheit mit Claire hatte und sie züchtigt) sind weniger gut gehandhabt. Alles in allem ist er aber eine komplexe Figur mit der man schnell mitfiebern kann. Ihm gegenüber steht Claire, die vermutlich selbst für 1945 sehr fortschrittliche Ansichten hatte. 1743 eckt sie damit häufiger mal an. Durch ihre Arbeit als Krankenschwester im Krieg besitzt sie ein breites medizinisches Wissen, und sie ist gleichzeitig willensstark, aber auch verletzlich. Wie auch Jamie ist sie vielschichtig und extrem sympathisch. Tobias Menzies hat hier eine fulminante Doppelrolle, denn er darf in der 1743 spielenden Geschichte den Bösen geben. Captain Black Jack Randall ist, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit das fieseste was ich je in einer Serie gesehen habe. Sein Verhalten ist grausam, sadistisch und einfach nur brutal, und besonders in den späteren Folgen zog sich alles in mir zusammen sobald er zu sehen war. Menzies hängt sich in diese Rolle so richtig rein und haucht der Figur ein erschreckendes Leben ein. Dafür kann man ihn wirklich nicht genug loben. Zartbesaitete Zuschauer dürften allerdings hier an ihre Grenzen stoßen, denn spätestens mit den letzten beiden Folgen fährt die erste Staffel Geschütze auf, die man nur als drastisch bezeichnen kann. Und auch davor gibt es einige heftige Szenen zu sehen. So gibt es, der Zeit angemessen, zahlreiche Verwundete, man darf von Peitschenhieben zerfetzte Rücken begutachten und es wird auch recht explizit in Sachen Sex.
© Starz
Auch die Nebenfiguren wissen zu gefallen. Graham McTavish als Dougal MacKenzie ist wunderbar intrigant, Gary Lewis als Colum MacKenzie überzeugt ebenfalls. Doch wo "Outlander" so richtig brilliert sind die weiblichen Nebenrollen. Da wäre Laura Donelly als Jenny Fraser. Sie liefert eine Performance ab bei der sofort klar ist: mit der Frau legt man sich nicht an. Sie hält das Haus zusammen, hat aber auch kein Problem damit die Dinge außerhalb in die Hand zu nehmen. Es wäre so leicht gewesen sie und Claire gegeneinander auszuspielen, doch "Outlander" geht den erhabenen Weg und lässt die weiblichen Figuren mindestens respektvoll, oft aber auch freundschaftlich miteinander agieren. Zickenkriege sucht man hier vergeblich. Lotte Verbeek spielt Geillis Duncan als gleichzeitig verschlagene, aber auch resolute und sympathische Figur. Es wäre darüber hinaus ein leichtes, die schottische Landschaft als weiteren Darsteller aufzulisten. Wer bereits einmal selbst vor Ort war wird das sicherlich bestätigen können: Schottland ist ein verdammt hübsches Fleckchen Erde. Gedreht wurde dann auch an richtigen Schauplätzen (wenn ihr mal in der Nähe von Inverness sein solltet tut euch den Gefallen und besucht das Culloden Battlefield, es setzt Maßstäbe in der Funktionsweise eines Museums!). Auch die Kostümdesigner gehören gelobt für die vielseitigen, detailreichen und wunderschönen Kleider. Ein großer Pluspunkt ist auch die Verwendung des Gälischen. Viele Figuren sprechen zwischendurch gälisch, und es gibt keine Untertitel dazu. Manchmal übersetzen andere Figuren dann das Wesentliche, oft bleiben dem Zuschauer aber nur der Tonfall und die Mimik als Anhaltspunkte. Es kommen aber zu keiner Zeit Probleme auf zu verstehen, um was es gerade geht. Diese Mischung aus fantastischen Figuren und immersiven Kulissen, gepaart mit wundervoller Musik, komponiert von Bear McCreary, und dieser wundervollen, speziellen Sprache macht "Outlander" dann auch zu einem richtigen Erlebnis. Die Geschichte steht auch niemals still, es wird nie lange an einem Ort verweilt. Man kriegt also viel zu sehen und die Geschichte entwickelt sich ständig in eine neue Richtung.
© Starz
Womit "Outlander" mich dann aber vollends überzeugen konnte war der reflektierte Umgang mit Gewalt. Nach diesem einen, unschönen Ereignis in der fünften Staffel von "Game of Thrones" schrieb ich diesen Artikel, der sich mittlerweile zum meistgelesenen Artikel auf diesem Blog gemausert hat. Als jemand der sich immer stark für den Umgang mit (vor allem) sexueller Gewalt in Film und Serien interessiert hat, hatte ich natürlich meine Bedenken wegen "Outlander". Doch die Macher der Serie haben ein geschicktes Händchen bewiesen. Gewalt ist natürlich vorhanden, und auch historisch gut verankert innerhalb der Geschichte. Aber der Umgang damit ist reflektierter als vieles, was sonst im TV zu sehen ist. Im Falle einer Vergewaltigung wird sich danach mit dem Befinden des Opfers und auch der Angehörigen beschäftigt, und ein solches Trauma hat in der Serie Konsequenzen für die Figur. Man verzichtet darüber hinaus größtenteils auf das voyeuristische Zeigen von zu viel nackter Haut. Das gibt all den Szenen die Möglichkeit, uneingeschränkt den Horror einer solchen Situation zu zeigen. Auch gibt es eine Szene in der Jamie ausgepeitscht wird. Hier gilt das gleiche: es gibt einiges zu sehen, nichts davon ist leicht zu ertragen. Doch es wird sich danach damit auseinandergesetzt, es ist nicht einfach nur schmuckes Beiwerk um den Zuschauer aus seiner Lethargie zu reißen. Im Gegenzug dazu sind Szenen, in denen einvernehmlicher Sex stattfindet durchaus freizügig, allerdings wird sich hier mehr auf Claire konzentriert. Es ist erfreulich in einer Serie einer Frau zu begegnen die selbstbestimmten Sex genießen darf und auch keine Probleme damit hat, Wünsche zu äußern und einzufordern.

Fazit: "Outlander" begeistert mit einer abwechslungsreichen Geschichte, tollen Kulissen und vor allem mit seinen vielschichtigen und komplexen Figuren. Man sollte sich von der Werbung nicht täuschen lassen, statt endlosem Kitsch in den schottischen Highlands gibt es hier Drama, Action und ein überraschend hohes Level von Brutalität. Sympathische und talentierte Darsteller runden das Gesamtpaket ab und machen die erste Staffel von "Outlander" zu einer meiner neuen Lieblingsserien.

Infos zur Serie

Originaltitel: Outlander
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Drama, Sci-Fi, Romantik, Abenteuer,
FSK: 16
Laufzeit: ~ 880 Minuten (16 Folgen mit je rund 50-60 Minuten Laufzeit)
Regie: Anna Foerster, Richard Clark, Brian Kelly, John Dahl
Drehbuch: Ronald D. Moore, Ira Steven Behr, Diana Gabaldon
Darsteller: Caitriona Balfe, Sam Heughan, Tobias Menzies, Graham McTavish, Gary Lewis, Lotte Verbeek, Duncan Lacroix, Bill Paterson



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