Filmkritik: Findet Dorie

© Disney / Pixar

Story


„Doch, ich vergess immer alles sofort, das liegt bei uns in der Familie. Ähm, das heißt, zumindest glaube ich das...hmmm...wo sind die eigentlich?“ Warum Dorie wohl allein im Ozean unterwegs war an dem Tag an dem sie Marlin traf? Diese Frage stellt sich bereits in "Findet Nemo". Und endlich gibt es auch die Antwort darauf. Denn in "Findet Dorie" macht sich die unfassbar vergessliche Paletten-Doktorfisch-Dame nun gemeinsam mit Nemo und Marlin auf die Suche nach ihren Wurzeln. Einmal quer durch das Riff vor der kalifornischen Küste, zwischen versunkenen Schiffen und Riesenalgenwäldern hindurch, trifft das Trio auf altbekannte Gefährten wie die Aquariumbande, aber auch viele neue, lustige und liebenswerte Meeresbewohner und schwimmt spektakulären Abenteuern und aufregenden Überraschungen entgegen…


Kritik


Ganze 13 Jahre Pause hat man sich im Hause Pixar gegönnt, bis die Fortsetzung zu "Findet Nemo" über die Leinwände flimmerte. Den muss man nicht gesehen haben, um mit Dorie seinen Spaß zu haben, es empfiehlt sich aber trotzdem. Denn es verstecken sich zahlreiche Anspielungen in "Findet Dorie", die so erst richtig Spaß machen. Spaß ist überhaupt ein gutes Stichwort, wie es bei Pixar üblich ist, werden wieder verschiedene Humorebenen besucht. Jüngere Zuschauer kommen mit Slapstickeinlagen auf ihre Kosten, und die älteren dürften vor allem am heimlichen Highlight namens Hank ihre Freude haben. Der missgelaunte Oktopus, der am liebsten ausbricht, macht keinen Hehl aus seiner Verachtung für so ziemlich alles und jeden. Die restlichen Neuzugänge in der bunten, herrlich animierten Unterwasserwelt bleiben hingegen blass. Soweit, so gut, könnte man meinen und Dories Abenteuer als nette Unterhaltung abtun, die man einwerfen kann, um für 90 Minuten mal aus der trüben, tristen Welt zu entfliehen.
Hank und Dorie sehen sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert. © Disney / Pixar
Aber im Hause Pixar lässt man sich spätestens seit dem Meisterwerk "Alles steht Kopf" die emotionale Butter nicht vom Brot nehmen. Und so erzählt der Film hinter seinem niedlichen, kleinen Abenteuer eine ans Herz gehende Geschichte. "Was, wenn ich euch vergesse?", fragt Dorie zu Beginn ihre Eltern. Die geben sich redlich Mühe, dem Nachwuchs gut zuzureden, doch in einsamen Momenten machen sich Angst und Verzweiflung breit. Da darf schon mal ausgiebig mitgeseufzt werden, denn wer kennt diese Angst vor dem Verlieren und Vergessen nicht? Umso erfreulicher ist es, dass Dorie sich im weiteren Verlauf niemals beirren lässt und ihren Weg verfolgt, auch wenn sie nicht immer weiß, wo er hinführt. Dieses unerschütterliche Vertrauen auf einen guten Ausgang des Abenteuers ist hochgradig ansteckend.
Dories Eltern reden ihrem Nachwuchs gut zu. © Disney / Pixar
Da lässt sich der etwas träge geratene Auftakt auch gut verzeihen. Zu Beginn werden nämlich fast nur bereits bekannte Sets und Szenen abgeklappert. Dieses reaktivieren von Erinnerungen hätte der Film vermutlich nicht gebraucht, vor allem, weil er später dafür umso rasanter in Fahrt gerät. Für Nostalgiker ist das schön, Neueinsteiger in der Unterwasserwelt haben hier das Nachsehen. Immerhin lässt sich aber die Umgebung genießen, und auf die Inszenierung der nicht ganz so schönen Anglerfische wurde dankenswerterweise verzichtet (die Biester sorgen auch nach 13 Jahren nur beim daran denken noch für Gänsehaut ...). Faszinierend ist auch der Soundtrack geraten, der stellenweise an Agenten- und Spionagethriller erinnert und so nochmals seine ganz eigene Geschichte erzählt. 
Die Seehunde haben alles und jeden im Blick. © Disney / Pixar

Fazit


"Findet Dorie" ist nicht ganz der große Wurf geworden, den "Findet Nemo" seinerzeit markierte. Für Erwachsene ist er aber mindestens ein toller Nostalgietrip in die Kindheit. Kleinere Zuschauer werden mit der quirligen Doktorfischdame einiges zu lachen bekommen. Und spätestens wenn es darum geht, sich von den Umständen nicht aufhalten zu lassen, sondern einfach mal mutig sein und etwas zu wagen, dann steckt der Film mit seiner Botschaft auch richtig an. 


Die Blu-ray


Die Blu-ray im Vertrieb von Disney überzeugt vor allem mit dem farbenfrohen und kontrastreichen Bild. Unschärfen gibt es keine, die Farben wirken brillant und stark. Neben der englischen Tonspur in klangstarkem DTS-HD MA 7.1 liegt auch die deutsche Tonspur in nicht minder überzeugendem Dolby Digital Plus 7.1 vor. DTS Digital Surround 5.1 in italienisch rundet das Klangpaket ab. Untertitel in allen drei Sprachen liegen ebenfalls vor.
Bei den Extras wurde sich richtig ins Zeug gelegt, Absolutes Highlight dürfte der herzergreifende Kurzfilm "Piper" sein, der mit zu dem beeindruckendsten gehört, was Pixar je animiert hat. Ein Interview mit den Filmemachern liegt ebenfalls bei. Fisch-Interviews, ein Portrait über Hank sowie eine kurze Auseinandersetzung mit Dories Gedächtnislücken und ein Besuch im Monterey Bay Aquarium runden das Angebot ab. Wünschenswert wäre einzig noch ein Wendecover gewesen, ansonsten ist bei der Blu-ray wirklich Nichts zu beanstanden.

Infos zum Film


Originaltitel: Finding Dory
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Animationsfilm, Abenteuer, Komödie
FSK: 0
Laufzeit: 97 Minuten
Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane
Drehbuch: Andrew Stanton, Victoria Strouse
Sprecher: Im O-Ton: Ellen DeGeneres, Albert Brooks, Hayden Rolence, Ed O'Neill, Kaitlin Olson, Ty Burell, Diane Keaton, Idris Elba. Deutsche Fassung: Anke Engelke, Christan Tramitz u.a.
 

Trailer

 

 

Kommentare:

  1. Oh diesen Film muss ich mir auch unbedingt noch anschauen! Hab mich total gefreut, als ich erfahren habe, dass er rauskommt und konnte es gar nicht mehr erwarten aber jetzt irgendwie wieder vergessen, haha! Danke für die Erinnerung!

    Alles Liebe,
    Laura von www.lauratopa.com :)

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    1. Also quasi so wie Dorie das machen würde? Dann steht einem guten Filmabend ja nichts mehr im Weg :D

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