Gelesen: Harry Potter and the Cursed Child Parts I + II

© Little, Brown Book Group

Story: Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Kritik: Alternativ hätte man das Script zum Theaterstück, um das es sich hier handelt, auch "Das beinahe völlige Verschwinden der Magie" nennen können. Denn eines ist sicher: mit den ursprünglichen Büchern hat "Harry Potter and the cursed Child" beinahe nichts mehr zu tun. Die deutsche Fassung erscheint übrigens am 24. September und wird den Titel "Harry Potter und das verwunschene Kind" tragen. Das Englisch in diesem Buch ist aber sehr einfach gehalten, bedingt natürlich auch durch die Drehbuchform. Wer also nicht warten will und halbwegs fit ist, kann sich hier ruhig dran versuchen.
Die erste Seite ist immer das aufregendste, oder?
Das sich so eine Lücke zu den anderen Büchern auftut, liegt einerseits natürlich an der Form. Es handelt sich um die niedergeschriebenen Dialoge zum entsprechenden Theaterstück. Einige werden die Form vermutlich aus zahlreichen Schullektüren kennen. Sie ist nicht jedermanns Favorit, ich finde es ziemlich entspannt zum lesen. Es ist auf das Wesentliche reduziert und man kann sich viel mehr Dinge einfach vorstellen. Bühnenanweisungen sind ebenfalls enthalten. Wer die liebevollen Details der ersten sieben Bücher großartig fand, wird hier vermutlich schwere Zeiten vor sich haben J.K. Rowling hat das Buch nicht geschrieben, sondern nur die Idee zur Verfügung gestellt. John Tiffany und Jack Thorne zeigen sich in weiten Teilen für die Ausformung der Geschichte verantwortlich. Falls ihr übrigens Tickets für die Aufführung am Londoner Westend ergattern wollt: viel Erfolg, nach aktuellem Stand ist es bis in den kommenden Sommer ausverkauft.

Und dann sind natürlich die Figuren aus den ersten sieben Büchern nun erwachsen. Und wie das so ist, wenn man erwachsen wird: vieles wird langweiliger. Harry Potter hat, genau wie Hermine, einen Job im Magisterium, nach wie vor sind alle miteinander verheiratet, neu sind die Kinder. Und um die geht es in erster Linie. Albus Severus Potter ist in etwa so weit von dem entfernt, was man sich unter einem Potter vorstellt, wie es nur möglich ist. Harry kann die Enttäuschung darüber oft nicht verbergen, und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn erweist sich zügig als angeknackst. Im Hause Malfoy sieht es ganz ähnlich aus, und so freunden sich die beiden Jungs an. Hätte ich übrigens nie gedacht, aber das Skript schafft es, Draco Malfoy auf ein ganz neues Level an Sympathie zu heben. Dafür erleben wir aber auch ganz neue Ausmaße einer trotteligen Version von Ron, die unerträglich zu lesen ist. Älter werden bedeutet nicht immer automatisch, dass man unausstehlich wird. Aber zumindest mit den Kindern hätten sich unendlich viele Möglichkeiten für spannende Geschichten rund um Freundschaft und Abenteuer ergeben.
Ein schöner Rücken kann ja auch entzücken.
Stattdessen gibt es eine kurzweilige Story, die oberflächlich betrachtet eigentlich recht gut ist. Zeitreisen, der Dunkle Lord, die Vergangenheit, alternative Zeitlinien: alles kommt irgendwie vor. Doch statt neue Figuren einzuführen werden der Reihe nach alte Bekannte abgeklappert. Was weniger schlimm wäre, wenn nicht viele von ihnen plötzlich ganz andere Wesenszüge aufweisen würden, als es in den sieben anderen Büchern der Fall war. Ohne jetzt hier spoilern zu wollen, aber hier passieren Dinge, die selbst für schlechte Fanfiction noch undenkbar wären. Dinge, die auf so großer Ebene relevant sind, dass mir unbegreiflich ist, wie das als Buch durchgehen kann, und dann noch quasi offizieller Kanon ist. Wenn ich auf einem 300 Seiten kurzen Buch alle 30 Seiten innehalten muss, um mich zu fragen was zur Hölle ich da eben gelesen habe, dann stimmt irgendetwas nicht. Wenn ich eine fortlaufende Geschichte schreibe, dann muss ich doch darauf achten, dass es sowas wie Kontinuität gibt, dass sich an von mir selbst aufgestellte Regeln gehalten wird. Dies ist hier leider nicht der Fall.

Fazit: Für einen kurzen, oberflächlichen Trip in die Nostalgie-Schublade mag das Buch sich bestimmt gut eignen. Doch die liebgewonnenen Figuren, die mich durch das Erwachsenwerden hindurch begleitet haben, sind hier nur noch Schatten ihrer selbst. Aufgestellte Regeln für das Potter-Universum gelten auf einmal nicht mehr. Die Geschichte steckt voller Logiklöcher, über die nicht mal mit viel Wohlwollen hinweggesehen werden kann. Widersprüche zu den anderen sieben Büchern machen sich überall bemerkbar. Nein, da kann man gut und gerne drauf verzichten, bei Bedarf findet man sicherlich im Internet besser (und sinnvoller!) geschriebene Fanfiction.


Filmkritik: Ghostbusters (2016)

© Sony Pictures Releasing GmbH
Story: Erin Gilbert steht kurz vor der Promotion an der Columbia University. Doch es taucht unliebsamer Ballast aus ihrer Vergangenheit in Form eines Buches über Geister auf, welches sie mit ihrer damaligen, besten Freundin Abby zusammen geschrieben hat. Die steckt nach wie vor mitten in ihrer Forschung über Geister, gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Jillian Holtzman. Doch plötzlich wird die unfreiwillige Gruppe mit einem richtigen Geist konfrontiert. Die Vorkommnisse häufen sich. Unterstützung bekommt das Team von Patty, die sich wie keine andere in New York auskennt, und dem Sekretär Kevin, der in erster Linie sein Aussehen im Kopf hat. Können die "Ghostbuster" New York retten?

Kritik: Beinahe, aber nur beinahe, hätten ja all die Menschen, die sich im Vorfeld so auf den Film eingeschossen haben, meine Vorfreude auch getrübt. Schlimmer aber war noch, dass der erste Trailer ja nun wirklich einfach mies war. Ich musste also massive Überzeugungsarbeit leisten, um die bessere Hälfte ins Kino zu bewegen. Arbeit, die sich aber gelohnt hat, denn er fand den Film fast genauso grandios wie ich. Aber fangen wir mal von vorne an. Und ich werde versuchen, nicht weiter auf das ganze negative Gehacke einzugehen, einfach weil es keinerlei Grund für die Negativität gibt. Wenn überhaupt, dann erleben die "alten" Ghostbuster grad einen riesigen Aufschwung, und das ist doch super. Die Filme ranken recht weit oben bei Amazon und der Markt wird mit Merchandise überschwemmt. Eine ganz neue, junge Generation entdeckt Ghostbuster grad neu. Yay! So, nun aber wirklich genug, ab zur Kritik. Wo soll ich nur anfangen? Hmm...
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Reden wir über die Figuren und vor allem über die Darstellerinnen. Klar, nicht jeder mag Melissa McCarthy (was vollkommen ok ist, aber bitte mögt sie nicht, weil ihr sie unlustig findet, und nicht weil ihr Aussehen euch nicht passt, niemand schuldet irgendwem Schönheit, ok?), ich finde sie grandios. Nicht nur in lustigen Rollen, sondern vor allem auch, weil sie eine gewisse Wärme in ernstere Rollen mitbringt. Kristen Wiig, Kate McKinnon (meine klare Favoritin, Holtzman ist pure Liebe) und Leslie Jones sind ebenfalls komödiantische Schwergewichte und mir von Grund auf sympathisch. Ich war also gespannt, wie diese vier Ladies harmonieren würden. Und das Ergebnis kann sich weitestgehend auch sehen lassen. Vor allem McKinnon als grenzgeniale, aber irgendwie auch leicht debil-gefährliche Jillian Holtzman, ist eine Offenbarung. Irgendwo im Film macht sie sich über eine Dose Pringles her, so ganz am Rande des Geschehens, und es wäre genug Material für einen eigenen Film. Der Wahnsinn schlummert bei ihr ganz nah unter der Oberfläche, und hier und da blitzt er durch, und es sorgt jedes Mal für teils ungläubige Lacher. Leslie Jones bringt als Stadtkennerin und Metro-Angestellte Patty die nötige Bodenhaftung mit und gibt skeptischen Zuschauern eine Chance, in die ganze Geisterangelegenheit so schmerzlos wie möglich reinzurutschen.
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Kristen Wiig spielt Erin Gilbert, die gerne ihre geisterlastige Vergangenheit hinter sich lassen würde und auf eine Beförderung an ihrer Uni wartet. Doch ihre Jugendfreundin Abby (McCarthy) zieht sie, wenn auch unfreiwillig, wieder mitten ins Geschehen rein. Auch die beiden sind sympathisch. Wiig stellt sich schnell als eine Art Ghostbuster-Mutter heraus, die immer ein Auge auf das restliche Team hat. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Freundschaft und das Geisterjagen vielleicht nicht gerade auf traumatischen Kindheitserinnerungen fußt. Lasst die Ladies doch einfach unbeschwert ihren Job erledigen, Frauen und Figuren im Allgemeinen können auch andere Motivation als "Trauma" für ihr Handeln haben. Abseits davon harmonieren die vier aber wirklich gut miteinander, es werden erstaunlich oft ruhige Töne angeschlagen. Das verpasst dem Film eine schöne, persönliche Note und setzt einen guten Kontrast zum unweigerlichen Haudrauf-Finale, vor dem uns in diesem Sommer irgendwie kein Blockbuster verschonen will.

Der Film schafft es dabei, ganz wie das Original, eine tolle Mischung aus Humor und Grusel zu liefern. In meiner Kinovorstellung (in den USA, am frühen Nachmittag und ein paar Wochen nach dem Starttermin) waren um die 30 Leute, bunt gemischtes Publikum: Paare, Einzelgänger, Eltern mit Kindern, ich schätze die Besucher waren zwischen 10 und 45 Jahren alt. Ein guter Schnitt also. Und es wurde sich bei einigen Stellen schön im Kollektiv erschreckt. Natürlich muss man hier keine expliziten Splatterszenen oder ausgefeilte Schockeffekte erwarten, der Film richtet sich ja an ein gemischtes Publikum. Und auf der Humorschiene trift er dabei wirklich ins Schwarze. Ein paar Slapstick-Einlagen fanden besonders bei den jüngeren Besuchern großen Anklang, einige Sprüche erfreuten dafür die Erwachsenen im Saal umso mehr. Es ist ja typisch für Komödien, dass nicht jeder Gag sitzt, dass nicht jeder Zuschauer über jeden Witz lacht und so weiter, aber hier würde ich die Mischung als gut ausgewogen bezeichnen. Ich hätte mir klar gewünscht, dass die bereits im Trailer so herübergekommen wäre, da hat man sich im Hause Sony meiner Meinung nach echt selbst ins Bein geschossen. Hätten die Witze darüber hinaus gerne noch eine Spur krasser sein dürfen? Bei den Darstellerinnen auf jeden Fall, so fühlt es sich zwischenzeitlich ein wenig gedämpft an. Ich schiebe das mal auf die breit gestreute Zielgruppe, oder anders gesagt: es sind Kinder anwesend. Wobei sich tatsächlich der eine oder andere Witz südlich der Gürtellinie eingeschlichen hat, der Eltern vielleicht in Erklärungsnot bringen könnte.
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Voll in die Humorschiene fällt auch der Auftritt von Chris Hemsworth als liebenswert-trotteliger Sekretär Kevin. Wer ihn nur als hammerschwingenden Donnergott kennt, der dürfte hier sein blaues Wunder erleben. Sein Timing in Sachen Comedy ist jedenfalls präzise und er scheint sich auch nicht zu schade, Witze auf Kosten seines guten Aussehens mitzutragen. Das ist erfreulicherweise aber niemals herablassend, und die Ghostbuster setzen alles daran, klarzumachen, dass niemand Kevin irgendwas antun darf. Jedenfalls stiehlt er beinahe jede Szene, in der er vorkommt, und es ist herrlich. Frisch aus dem New York Urlaub zurückgekommen lasse ich mich mal dazu hinreißen zu behaupten, dass New York (wo der Film spielt, auch wenn vieles in Boston gedreht wurde) voll von Typen wie Kevin ist.  Und wer sich davon nicht überzeugen lässt, der kriegt im Abspann eine Tanzszene serviert, die... ach, bleibt einfach zum Abspann sitzen, er ist sehr gut. Auch, weil es dort einen Cameo hat, der mich in höchstem Maße erfreut hat.

Cameo ist generell ein gutes Stichwort, denn "Ghostbusters" ist voll davon. Fast alle Darsteller aus dem Original tauchen auf, und Billy Murray ist tatsächlich nicht der witzigste von ihnen (die Rolle würde ich Dan Aykroyd mit seiner herrlichen "fuck this" Attitüde zuschreiben). Irgendwo taucht Andy Garcia auf, und Steve Higgins demonstriert eindrucksvoll, wie beschissen ein Chef sein kann. Als jemand, der mit dem alten Film aufgewachsen ist, war dieses Wiedersehen toll, auch weil die Darsteller gut in die Geschichte eingebunden werden. Es gibt einen oder zwei Momente, wo auf einen Cameo hingearbeitet wird, nur um dann dem Zuschauer vorzugaukeln, dass er nicht kommen wird, und man fiebert automatisch mit. Doch bis auf Murray, der seltsam lustlos daherkommt, sitzen die Gastauftritte. Teilweise bremsen sie die Handlung des Films ein wenig aus, dafür feuern sie aus allen Rohren pure Nostalgie. Hier wurde vermutlich versucht, einen Kompromiss zu finden, in meinen Augen sehr gelungen. Dies gilt generell für die meisten Teile des Films. Die Geschichten sind sich ähnlich, aber es handelt sich nicht um eine exakte Kopie. Vielmehr wird eine andere, mögliche Version gezeigt. Statt sich auf nur eine Figur zu konzentrieren (sind wir ehrlich, damals drehte sich alles um Bill Murray), steht hier das Team als Ganzes im Vordergrund. Und da ist sie dann auch wieder zu spüren, diese Wärme, die den meisten anderen Blockbustern zurzeit einfach fehlt. 
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Und dann wäre da noch die generelle Optik des Films. Hier offenbart sich eine schicke Mischung aus Oldschool-Look, mit sanften Updates. Es gibt viel, viel mehr Gadgets, weil Holtzman einfach nicht aufhören kann, neues Zeug zu entwickeln, jetzt wo sie ihren Freiraum gefunden hat. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich Holtzman liebe? Ehm, ja. Ihre neuen Gadgets machen die Geisterjagd dann auch deutlich mobiler und vielseitiger. Die Geister sind zu Beginn noch eine Mischung aus irgendwie liebenswert-schrullig-altmodisch, zum Ende hin wird dann aber das Gaspedal durchgedrückt und es wird richtig schön abgedreht. Die Effekte sind wirklich schick gelungen. Wenn man jetzt wollen würde, könnte man "Ghostbusters" vermutlich vorwerfen, dass die Geschichte altbacken ist. Missverstandener Kerl beschwört die Hölle auf Erden, weil... aus Gründen eben. Natürlich hat es irgendwann diesen einen Moment, in dem ein hell leuchtendes Etwas in den Himmel emporsticht. Aber kommt es darauf wirklich an? Oder steht vielleicht viel mehr im Vordergrund, dass die vier Ladies sich behaupten, Freundschaft schließen, aufeinander aufpassen? Und das (und hier kommt eines meiner persönlichen Highlights!) ganz ohne krampfhaft eingebaute Lovestory, unpraktische Kostüme und mit High Heels und Tonnen von Make-up verdeckt. Ich weiß, für viele Leser mögen das seltsame Kritikpunkte sein. Für mich persönlich erdet er die Ghostbusters und macht deutlich, dass es sich dort in erster Linie um normale Menschen handelt, die gemeinsam ein Problem lösen. Find ich in höchstem Maße sympathisch, und wenn ich mich an all die begeisterten Kinder nach der Kinovorstellung erinnere, die nun auch unbedingt Ghostbuster werden wollen, dann kann ich nur sagen: Alles richtig gemacht. 
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So richtig meckern möchte ich am Ende aber doch noch: Der Titelsong ist ein Verbrechen an der Menschheit, in all seinen Variationen, die im Film vorkommen. Ganz furchtbare Sache, dürfte gerne durch etwas anderes ersetzt werden. Irgendwas. Meinetwegen auch Stille. Das wäre es dann aber auch schon, ich bin fest davon überzeugt, dass man an dem Film viel liebenswertes entdecken kann, wenn man nicht schon mit einer vorgefertigten Meinung an die Sache rangeht.

Fazit: Meine Kindheit ist noch intakt, meine Blu-ray der beiden alten Teile ist nicht zu Staub zerfallen. Paul Feig und sein Team schaffen es, gleichzeitig respektvoll mit dem Ursprungswerk umzugehen und etwas Eigenes zu erschaffen. Humortechnisch richtet sich der Film an ein breites Publikum: Slapstick für die Kleineren, Witze der etwas härteren (und teilweise vielschichtigen) Art für die Erwachsenen. Tolle visuelle Effekte, vor allem aber sowohl die vier Hauptdarstellerinnen (hab ich eigentlich schon erwähnt, wie sehr ich Holtzman...oh, never mind) als auch so ziemlich jede einzelne Nebenrolle sind perfekt besetzt. Da entsteht so viel Verbundenheit im Team, harmonieren die Ladies so herrlich miteinander, dass es glatt über die ein bisschen zu langweilige Story hinwegtäuscht. Macht aber nichts, ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt und hier meinen perfekten Sommerblockbuster gefunden.

Infos zum Film

Originaltitel: Ghostbusters
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Komödie, Horror, Action
FSK: 12
Laufzeit: 117 Minuten
Regie: Paul Feig
Drehbuch:  Paul Feig, Katie Dippold
Darsteller: Kate McKinnon, Melissa McCarthy, Leslie Jones, Kristen Wiig, Chris Hemsworth, Andy Garcia, Charles Dance, Neil Casey u.a.

Trailer

Serienkritik: Kommissarin Lund Staffel 1

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Story: Ein brutaler Mord erschüttert Kopenhagen. Wer hat Nanna Birk Larsen getötet? Im Verlauf von insgesamt 10 fesselnden Episoden verfolgen Sarah Lund und ihr Team den Mörder des Mädchens. Für die Eltern ist ein Albtraum wahr geworden. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Sie wollen Rache, sie wollen Gerechtigkeit. Die Fahndung beginnt. Diverse Verzweigungen bei der Aufklärung des abscheulichen Verbrechens scheinen sich durch ganz Kopenhagen und alle gesellschaftlichen Milieus zu ziehen. In der Familie und der Politik, bei Lehrern und Mitschülern – immer neue Abgründe tun sich vor den Augen der jungen Kommissarin auf.

Kritik: Ich glaube, ich kann gar nicht häufig genug betonen, wie sehr ich skandinavische Krimis mag. Diese Mischung aus düster angehauchter Story, kühlen Bildern und verwobener Erzählung nimmt mich immer wieder voll in ihren Bann. Aktuelles Objekt meiner Schwärmerei ist "Kommissarin Lund". Und ja, ich weiß, dass die Serie schon etwas älter ist. Doch Ende September kommen alle drei Staffeln des dänischen Erfolges in einer Komplettbox auf den Markt, und ich stelle euch heute die erste Staffel vor und erkläre euch, wieso ihr einen Blick riskieren solltet.
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In insgesamt 1000 Minuten wird hier ein einziger Mordfall aufgeklärt. Das spannende daran ist, dass sich, ausgehend von diesem Mord an der 19 Jahre alten Schülerin Nanna Birk Larsen, auf drei Ebenen konzentriert wird. Da wären einmal die Ermittlungen, die Sarah Lund gemeinsam mit ihrem Nachfolger durchführt. Daneben wird sich ungewöhnlich ausgiebig mit der hinterbliebenen Familie des Mordopfers auseinandergesetzt. Und dann ist da noch die politische Ebene. Durch die lange Laufzeit schafft die erste Staffel es wirklich gut, richtig ins Detail zu gehen. Selbst Nebenfiguren bekommen hier eine Menge Raum zugeteilt, so entsteht ein dichtes Netz, und man rätselt schnell mit, wer denn nun den Mord begangen haben könnte. Zuviel will ich gar nicht verraten, jeder kleine Spoiler wäre hier einer zu viel.

Richtig Laune machen auch die Darsteller. Vor allem Sofie Gråbøl als Sarah Lund liefert eine großartige Leistung. Sie ist verbissen wenn es drauf ankommt, kann aber durchaus auch einfühlsam sein. Auch die restlichen Beteiligten schaffen es, gemeinsam ein tiefgehendes Bild zu zeichnen. Es geht nicht nur um die Aufklärung des Mordes, sondern eben auch um den Umgang auf der zwischenmenschlichen Ebene. Wie arrangiert man sich mit einem solchen Verlust? Wie schafft man es, bei einem solchen Mordfall als Ermittler nicht aus der Fassung zu geraten? Was zählt mehr, die eigenen Ideale, oder doch das große Ganze? "Kommissarin Lund" lädt mit solchen, großen Fragen auch zur Auseinandersetzung mit sich selbst ein. Gewohnt qualitativ hochwertig sind auch die Kulissen und die Requisiten, die Locations sind stimmig und es fällt leicht, sich auf die Geschichte einzulassen. Minimale Abstriche in Sachen Logik könnte man machen, wenn man Rosinen picken wollen würde. Klar wäre die Arbeit leichter, wenn die Polizisten mehr miteinander kommunizieren würden. Und natürlich wird erstmal jeder irgendwie verdächtigt, bevor der Täter dann identifiziert werden kann. Dinge, die eigentlich jede Krimiserie so mit sich bringt, die hier aufgrund der langen Auseinandersetzung mit einem Fall aber vielleicht ein wenig mehr ins Auge fallen. Doch im Angesicht der konsequenten und gut erzählten Geschichte lässt sich leicht über solche kleinen Makel hinwegschauen.
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Fazit: Krimifans, besonders diejenigen, die auf skandinavisches Material stehen, sollten hier unbedingt einen Blick riskieren, so dies noch nicht geschehen ist. Eine dicht verwobene Story erstreckt sich auf mehreren Ebenen, und die Macher nehmen sich alle Zeit der Welt, das Geschehen aus zahlreichen Blickwinkeln zu beleuchten. Abgerundet wird das durch richtig gut aufgelegte Darsteller, die in ihren Figuren voll aufgehen. Hier stimmt beinahe alles, und kleinere Makel verblassen rasch im Angesicht all der Dinge, die "Kommissarin Lund" richtig, richtig gut macht.

Die Blu-ray: Die Blu-ray im Vertrieb von Edel (erschien am 22. Oktober 2015 erstmals) liefert ein gelungenes Komplettpaket. Auf insgesamt 5 Discs verteilen sich die zehn Episoden mit je 100 Minuten Laufzeit. Im Gegensatz zur Ausstrahlung im ZDF liegen die Folgen hier auch ungeschnitten vor. Wer sich auf dänischen Originalton gefreut hat (so wie ich, dänisch ist eine wundervolle Sprache), der schaut hier allerdings in die Röhre. Einzig die, wenn auch wirklich gut gemachte, deutsche Synchronfassung sowohl in Dolby Digital 2.0 als auch DTS-HD 2.0 hat es auf die Blu-ray geschafft. Wie sowas heutzutage noch möglich ist, kann ich mir absolut nicht erklären. Das Bild ist scharf, die kühlen Farben kommen gut zur Geltung. Als Extras gibt es ein spannendes Making-of, ein paar Szenen vom Casting und einige Interviews zu bestaunen. Ein Wendecover liegt leider nicht bei.

Infos zur Serie

Originaltitel: Forbrydelsen
Erscheinungsjahr: 2007 (Dänemark) / 2008 (deutsche Erstausstrahlung)
Genre: Krimi
FSK: 16
Laufzeit: ~ 1000 (10 Folgen mit je 100 Minuten Laufzeit)
Regie: Kristoffer Nyholm, Henrik Ruben Genz, Hans Fabian Wullenweber, Birger Larsen
Drehbuch: Søren Sveistrup
Darsteller:  Sofie Gråbøl, Bjarne Henriksen, Ann Eleonora Jørgensen, Søren Malling, Lars Mikkelsen u.a.

Trailer



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